Geschichte der Videospiele: Teil 1 – von Pong bis zum Atari 2600

17. Juni 2011, Martin Lorber

Die Videospielindustrie kann heute als die größte Entertainmentindustrie bezeichnet werden (siehe Videospiel- und Filmumsätze im Vergleich). Umso spannender ist der Blick zurück auf ihre Ursprünge. Daher möchte ich mich in einer Beitragsreihe mit der Geschichte der Videospiele beschäftigen. Bei der Vielzahl an Konsolen, Spielen und Geschichten kann ich dabei selbstverständlich nur einen groben Überblick geben – umso mehr freue ich mich über Ihre persönlichen Ergänzungen und Erfahrungen in den Kommentaren.

Screenshot von Spacewar! aus dem Jahr 1962 (Quelle: Eigener Screenshot von spacewar.oversigma.com)

Screenshot von Spacewar! aus dem Jahr 1962 (Quelle: Eigener Screenshot von spacewar.oversigma.com)

Wie alles begann

Den Start der Videospiele kann man – je nach Interpretation – unterschiedlich verankern. Viele Chroniken beginnen mit dem Pong-Vorgänger Tennis for Two, welches 1958 von William Higinbotham am Brookhaven National Laboratory entwickelt wurde. Gespielt wurde Tennis for Two an einem Oszilloskop. Einige argumentieren aus diesem Grund, es sei nicht das erste Videospiel gewesen, da es ursprünglich als Physikpräsentation am Tag einer offenen Tür gedacht war – und nicht der Gedanke eines Spiels im Vordergrund stand.

Die Zeit vor Pong

Man kann auch noch weiter in der Zeit zurück gehen und weitere mögliche Zeitpunkte für das erste Computerspiel finden, beispielsweise ins Jahr 1951 zum Ferranti NIMROD – einem speziell für Computerspiele entwickeltem Computer. Ein Jahr später erschien auch OXO, ein digitales Tic-Tac-Toe-Spiel für einen britischen Hochleistungsrechner.

Als großes Zukunftsthema wurden alle diese Werke zur damaligen Zeit nicht wahrgenommen. In der darauf folgenden Zeit wurde es lange ruhig um das Thema Videospiele, bis 1962 ein Team aus Programmierern die Arbeit an Spacewar! erfolgreich abschloss. Die Versuche einer künstlichen Intelligenz steckten damals noch in den Kinderschuhen, weshalb das Spiel nur für zwei Spieler ausgelegt war. Spacewar! kann noch heute in einer nachprogrammierten Fassung gespielt werden.

Der Durchbruch

Auch nach Spacewar! stieg die Wahrnehmung für das Thema nicht signifikant weiter an – und so dauerte es weitere 10 Jahre bis das berühmte Pong im Jahre 1972 den Durchbruch für die Branche schaffte. Das Prinzip des Spiels schaute Atari-Gründer Nolan Bushnell bei einer Präsentation der weltweit ersten Spielekonsole – der Magnavox Odyssey – ab. Damals gab es noch keine Spielmodule mit Programmcode in der heutigen Form. Die Spielmodule bestanden nur aus Drähten zu einer Verschaltung der Konsolenelektronik.

Foto der Konsole Magnavox Odyssey (Quelle: artin Goldberg /Electronic Entertainment Museum (E2M))

Foto der Konsole Magnavox Odyssey (Quelle: Martin Goldberg /Electronic Entertainment Museum (E2M))

Den großen Erfolg feierte Pong dann aber in der von Bushnell veröffentlichten Version, die ursprünglich nur für einen eigenen Spielautomaten erschien. Von dort trat sie Siegeszug in Bars, Einkaufszentren, Spielhallen und Kantinen Amerikas an. Anders als heute war es damals in Übersee durchaus üblich, die Automaten auch außerhalb von Bars und Spielhallen aufzustellen. Im Sommer 1975 brachte Atari das Spiel dann mit einer eigenen Home-Konsole auch in die Wohnzimmer – Pong erlangte auf diese Weise weltweite Berühmtheit.

1977 (Europa: 1980) erschien dann mit dem Atari 2600 auch die erste populäre Konsole, die mit richtigen neuen Spielen ausgestattet werden konnte. Während der Magnavox Odyssey nur knapp 360.000 Mal verkauft werden konnte, ging der Atari 2600 30 Millionen Mal über die Ladentheken und sorgte für den endgültigen Durchbruch der Videospiele.

In meinem nächsten Beitrag zur Geschichte der Videospiele befasse ich mich mit der Zeit nach dem Atari 2600 und der ersten Videospielkrise.

Weitere Links zum Thema:

Web: pong-story.com (pong-story.com)

Web: spielbare Version von Spacewar! (oversigma.com)

Web: Pong (wikipedia.org)

Web: Spielgeschichte (biu-online.de)




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Kommentare

  1. Spielwunder schreibt am 20. Juni 2011 um 12:05

    Ja da werden Erinnerungen wieder wach, wie alles einmal begann ;-)

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