2014 besuchten rund 335.000 Menschen aller Altersklassen die gamescom. Für den Jugendschutz sorgt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Quelle: gamescom
veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2014

Fleißige USK: Prüfstatistik 2013 veröffentlicht

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Bevor ein Computer- oder Videospiel hierzulande erscheinen kann, muss es sich einer kritischen Prüfung durch die USK stellen. Als freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft ist sie zuständig für die Prüfung von Computer- und Videospielen in Deutschland. Anhand ihrer Einschätzung vergeben staatliche Vertreter am Ende des USK-Verfahrens die entsprechende Alterskennzeichnung. Nun veröffentlichte die USK Zahlen und Statistiken zu ihrer Arbeit in 2013.

Hier zeigt sich wieder einmal welche Menge an Spielen die USK jährlich zu bewältigen hat. Im vergangen Jahr führte die USK sage und schreibe 2.088 Prüfvorgänge durch. Eine enorme Zahl und trotzdem immer noch 8,5 Prozent weniger Prüfungen als noch in 2012. Wer anhand dieser Zahlen nun darauf schließt, dass somit deutlich weniger Spiele als im Vorjahr erschienen sind, der täuscht sich. Grund für die kleinere Anzahl ist nämlich nicht ein Rückgang an Neuerscheinung, sondern der Umstand, dass der stationäre Handel verstärkt an Bedeutung verliert und immer mehr Spiele nur noch online vertrieben werden. Für diesen Vertriebsweg werden zwar auch Alterskennzeichen vergeben, jedoch ohne die Beteiligung staatlicher Stellen.

Verteilung der Prüfvorgänge auf Alterseinstufungen 2004-2013 Quelle: USK
Verteilung der Prüfvorgänge auf Alterseinstufungen 2004-2013 Quelle: USK

Diese Entwicklung lässt sich auch an der Verteilung der Altersfreigaben erkennen. Da gerade Gelegenheitsspiele von PCs zu Smartphones oder Tablets abwandern, schwindet deren Anteil Jahr für Jahr mehr dahin. Dies schlägt sich an dem immer geringer werdenden Anteil von Altersfreigabe „USK ab 0“ nieder. Dieser Schwund heißt nicht, dass immer mehr Spiele mit gewalthaltigen Inhalten erscheinen, sondern dass weniger Spiele ohne Alterseinschränkung von der Statistik erfasst werden.

Das zeigt auch, dass das Jugendschutzgesetz und der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag den aktuellen Entwicklungen in der Online-Welt nur noch bedingt gerecht werden. Zwar muss niemand Angst haben, dass Online-Angebote nicht auch altersgerecht angeboten werden (zum Beispiel mit einem Label für ein Jugendschutzprogramm www.sicher-online-gehen.de). Dennoch brauchen gerade das Konzept und die Weiterentwicklung von Jugendschutzsoftware mehr politische Unterstützung.

Weitere Links zum Thema:

Blog: USK nimmt Kunstaspekt von Spielen in ihre offiziellen Leitlinien auf

Blog: Inhaltsklassifizierung aus europäischer Sicht

Blog: Tag der offenen Tür bei der USK in Berlin

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