Weil das Thema Computerspielsucht immer wieder aufkommt, hier erneut ein paar Thesen zum Thema.
veröffentlicht von Martin Lorber am 09. September 2013

Festival für kreatives Computerspielen play13 in Hamburg

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Ulkig: Das Krachkisten Orchester mit analogen Synthesizern war die Talkrunden-Band beim Gespräch über „Kreativität und Games“
– Ulkig: Das Krachkisten Orchester mit analogen Synthesizern war die Talkrunden-Band beim Gespräch über „Kreativität und Games“

 

Hamburg ist noch bis Freitag das Zentrum für die kreative Beschäftigung mit dem Medium Computerspiel, denn dort findet das wunderbare „Festival für kreatives Computerspielen play13“ statt. Kuratiert wurde das Festival im Wesentlichen von Andreas Hedrich von der Initiative Creative Gaming. Die Eröffnung fand am bereits am Dienstagabend im ehrwürdigen Hamburger Rathaus statt. Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, hielt dabei ein grandioses Plädoyer für die Computerspiele als wertvollen Beitrag unserer medialen Kultur. Dabei verwies er beispielsweise auf einen Aspekt, der auch dem Festival als roter Faden dient, dass nämlich viele Menschen, gerade auch jüngere, Medien generell und Computerspiele im Speziellen dazu nutzen, um sich kreativ mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Sie bemächtigten sich dieser auf ihre eigene Art und Weise. Unter diesem Aspekt sei es eigentlich von größerer Bedeutung darauf zu achten, wie gespielt wird und nicht nur, was.

Thomas Krüger eröffnet in würdigem Rahmen das play13-Festival
Thomas Krüger eröffnet in würdigem Rahmen das play13-Festival

Krüger nutzte auch die Gelegenheit, noch einmal an den Streit um den Deutschen Computerspielpreis 2012 zu erinnern, als Crysis 2 als bestes Spiel ausgezeichnet wurde. Dass allein die Tatsache, dass das Spiel auch gewalthaltige Inhalte hat, dazu geführt hat, den Preis und die Jury in Frage zu stellen, zeigt in seinen Augen, dass die Kritiker die Bedeutung und Zeitgemäßheit des Mediums Computerspiels noch nicht verstanden hätten. Beim Film etwa seien solche Diskussion völlig ausgeschlossen. Thomas Krüger schloss seine Rede mit einem Ausblick auf einen „angstfreien und zeitgemäßen“ Jugendmedienschutz. Dieser solle Entwicklungen nachvollziehen und nicht nur das Verhindern im Blick haben. Gleichzeitig appellierte er an die Unternehmen, die gefordert seien, sich hierbei zu engagieren. Was braucht ein Roboter, um tanzen zu können? Was passiert, wenn man Computerspiele nicht am Rechner, sondern auf der Straße spielt? Wie viel Poesie steckt in Computerspielen? Das sind überraschende Fragen, die auf dem Festival spielerisch beantwortet werden.

Die Talkrunde „Kreativität und Games“ stieß auch bei der Presse auf reges Interesse
Die Talkrunde „Kreativität und Games“ stieß auch bei der Presse auf reges Interesse

Etwas grundsätzlicher ging es bei dem Talk zum Thema „Kreativität und Games“ am Mittwochabend zu, der launig von Uke Bosse moderiert wurde und bei dem ich das Vergnügen hatte, mit dem Künstler Friedrich Kirschner, Stefan Klein von gamecity:Hamburg und dem Journalist Heiko Gogolin zu debattieren. Hier wurde auch diskutiert, wie viel Kreativität und Innovation in Spielen wie FIFA, die jährlich herauskommen, steckt oder stecken soll. Ebenso wurde das Spannungsfeld von Mainstream und Independent beleuchtet.

Weiterführende Links:

Web: Rede von Thomas Krüger auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung

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