Weil das Thema Computerspielsucht immer wieder aufkommt, hier erneut ein paar Thesen zum Thema.
veröffentlicht von Martin Lorber am 04. April 2011

ESRB implementiert System zur Selbstklassifizierung

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Das Entertainment Software Rating Board (ESRB), das US-amerikanische Pendant zur USK, hat in der vergangenen Woche ein neues System zur Alterseinstufung von Download-Spielen für Konsolen implementiert. Um die steigende Zahl an Titeln auf Xbox Live Arcade, Nintendo WiiWare, DSiWare und Playstation Network effizient bewältigen zu können, setzt das ESRB jetzt auf intensivere Zusammenarbeit mit den Publishern. Das System erinnert an das bereits mehrfach in diesem Blog vorgestellte Selbstklassifizierungsinstrument der USK.

Im Rahmen der Zusammenarbeit beantworten die Spiele-Herausgeber einen Fragebogen zur Selbstklassifizierung, der wichtige Aspekte zur Einstufung der Spiele abfragt – beispielsweise den Gewaltgrad, sexuelle Darstellungen und Inhalte oder die Sprache. Zudem müssen sie Angaben zum Realismus, dem visuellen Stil oder der Spieler-Perspektive machen. Die Publisher erstellen für das ESRB außerdem eine DVD mit den für die Einstufung wichtigsten Szenen. Die vorgenommene Einstufung wird dann vom ESRB kurz nach der Veröffentlichung des Titels noch auf die Richtigkeit und Plausibilität der Angaben geprüft. Normale Retail-Spiele betrifft die Änderung nicht.

In Deutschland hat die DIHK vor kurzem erst in ihrem Eckpunktepapier „Digitale Welt“ eine tragfähige europäische und internationale Lösungen gefordert. Die Amerikaner machen schon heute einen Schritt in die Richtung. Diesen Schritt wünsche ich mir auch für das meiner Meinung nach zu komplizierte System in Deutschland.

Weitere Links zum Thema:

Web: Entertainment Software Rating Board (esrb.com)

Web: Vorstellung des neuen Prüfverfahrens des ESRB für Download-Titel (esrb.com)

Blog: Paradigmenwechsel im Jugendschutz (spielkultur.ea.de)

Blog: Muss ein strenges Jugendschutzsystem wirklich auch kompliziert sein? (spielkultur.ea.de)

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