veröffentlicht von Martin Lorber am 09. September 2012

Buchvorstellung: „Mysterium Spieleentwickler“

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In dem Beitrag „Berufe in der Videospielindustrie: Teil1 Lokalisierung und Synchronisation“ habe ich schon angekündigt, dass ich in den kommenden Wochen und Monaten sukzessive Berufe in der Computer- und Videospielbranche vorstellen möchte. Zu diesem Thema fiel mir vor einiger Zeit das Buch „Mysterium Spieleentwickler“ in die Hände, das potentiellen Einsteigern einige Tipps an die Hand geben möchte, um in der Spielebranche Fuß zu fassen. Denn viele junge Menschen fragen sich, wie sie ihren Traumberuf Spieleentwickler oder Game Designer ergreifen können und welche Ausbildung dafür von Nöten ist. Der selber in der Branche tätige Autor Felix Olschewski – Mitarbeit an über 40 Produktionen und Gründer des Produktionsstudios dead-on entertainment – sieht sich als Entwickler aus Leidenschaft und möchte potentielle Branchenneulinge beim Einstieg in ihren Traumberuf unterstützen.

Einen Königsweg zum Spieleentwickler oder Game Designer gäbe es nicht. Laut Olschewski sei die Branche trotz der großen Umsätze immer noch zu wenig standardisiert und professionalisiert im Sinne eines klar umschriebenen Berufsbildes. Ob Hochschulabsolventen oder enthusiastische Quereinsteiger – prinzipiell ginge alles. Dieses Phänomen hinge nicht zuletzt mit der Tatsache zusammen, dass Spielentwickler ein sehr weit gefächertes Berufsbild sei. Denn die Berufswege reichten von der Visualisierung, in allen unterschiedlichen Ausprägungen wie Modeling, Animation oder Illustrator, über das eigentliche Gamedesign, bis hin zum Projektmanagement. Dass sich die Anforderung an Bewerber daher eklatant unterscheiden, sei bei der Bandbreite nicht verwunderlich.

Im weiteren Verlauf des Buches geht der Autor auch auf den konkreten Einstieg in die Branche ein und liefert Antworten auf die wichtigsten Fragen: „Welche Wege stehen mir als Bewerber offen?“, „Wie kann ich mich optimal auf die Anforderungen des späteren Arbeitsalltags vorbereiten?“, „Welche Fähigkeiten sollte man sich aneignen und wo kann ich diese erwerben?“ Daneben liefert Olschewski auch konkrete Tipps für den Bewerbungsprozess: „Wie und wo trete ich mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt?“ oder „Worauf achten die Studios bei Bewerbern?“, sind nur einige der vielen nützlichen Ratschläge, die sich zwar aus der subjektiven Erfahrung des Autors ableiten und sicherlich nicht als allgemeingültig angesehen werden sollten, aber durchaus helfen die Gedankengänge der „anderen Seite“ besser zu verstehen. Gegen Ende des Buchs gibt der Autor noch einen schönen Einblick in das Tagesgeschäft des Entwicklers, beschreibt den Entwicklungsprozess eines Spiels aus der Sicht aller beteiligten Parteien und schließt mit einem Ausblick auf die Zukunftsperspektiven des Berufsbildes.

Insgesamt ist Mysterium Spieleentwickler eine durchaus interessante Lektüre. Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass es den klaren Königsweg in die Branche nicht gibt. Felix Olschewski sieht die stark unterschiedlichen Lebensläufe als klaren Vorteil, denn sie förderten Kreativität in einer ernstzunehmenden und zukunftsweisenden Brache mit exzellenten Berufsperspektiven. Das Buch ist aber nicht nur für diejenigen interessant, die selber Fuß in der Spielebranche fassen möchten sondern auch für jene, die sich einmal über die Abläufe und die handelnden Personen bei der Entstehung eines Videospiels informieren wollen.

Blog: Berufe in der Videospielindustrie: Teil1 Lokalisierung und Synchronisation

Blog: Ein Computerspiel entsteht – Von der Idee bis zum Spielvergnügen

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