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veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2014

Bridge Builder statt Spec Ops: The Line? Deutscher Computerspielpreis demnächst im Verantwortungsbereich des Verkehrsministeriums

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Der Deutsche Computerspielpreis und das Verkehrsministerium? Wie passt das denn zusammen? Dieser Gedanke ist mir als erstes durch den Kopf geschossen, als ich hörte, dass die Verantwortung für den Deutschen Computerspielpreis (DCP) in Zukunft nicht mehr im Kanzleramt bei der Kulturstaatsministerin liegt, sondern demnächst vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur verliehen wird. Auf dem ersten Blick irgendwie unverständlich und nicht unbedingt nachvollziehbar.

Haben wir in der Vergangenheit dafür kämpfen müssen, dass Computer- und Videospiele endlich offiziell als Kulturgut anerkannt werden und uns auch durch die Vergabe des Deutschen Computerspielpreises in unserem Erfolg bestätigt gesehen. Der Zuschlag des DCP zum Verkehrsministerium wird von vielen sicherlich als ein Rückschritt auf diesem Weg bewertet.

Erst auf dem zweiten Blick eröffnen sich die Chancen, die der Wechsel der Zuständigkeit für das Medium „digitales Spiel“ und den Standort Deutschland bietet. Zumal mit Dorothee Bär eine echte Expertin und Befürworterin des Mediums (Was ihre Aussagen zur Netzpolitik anlässlich der letzten Bundestagswahl unterstreichen!) für das Thema verantwortlich sein wird. Dazu kommt der entscheidende Zusatz im Namen des Ministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Mit der Zuständigkeit des Ministeriums wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Computerspieltechnologien sich inzwischen auch in vielen Bereichen des täglichen Lebens und anderen Wirtschaftszweigen wiederfinden. Die Branche ist ein echter Innovationsmotor für den Standort Deutschland geworden.

Ich persönlich muss zugeben, dass ich den Wechsel der Zuständigkeit mit gemischten Gefühlen aufgenommen habe. Gerade mit Blick auf die vor kurzem geführte Debatte anlässlich der SPIEGEL-Titelgeschichte, dass Spiele oft leider nur auf Ihren Nutzen beschränkt werden und ihnen die künstlerische Zweckfreiheit oft nicht zugestanden wird . Ich hoffe sehr, dass die Entscheidung die kulturelle Bedeutung des Mediums in keinster Weise in Frage stellt, sondern eher darauf hinwirkt, dass der wirtschaftliche Nutzen für den Standort Deutschland ins Bewusstsein der Öffentlichkeit tritt. Meinen Wunsch nach einer stärkeren Förderung des Innovationsmotors „digitales Spiel“ habe ich ja schon des Öfteren geäußert.

Weitere Links zum Thema:

Blog: Interview mit Prof. Dr. Müller-Lietzkow über die Gründung eines Kompetenzzentrums für Game Studies und der Positionierung der Industrie.

Blog: Die neue Regierung und die Netzpolitik

Blog: Die große Koalition und die Games

Blog: Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2013: Teil 1 – Dorothee Bär (CSU)

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