2014 besuchten rund 335.000 Menschen aller Altersklassen die gamescom. Für den Jugendschutz sorgt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Quelle: gamescom
veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2015

2.014 in 2014: Die USK Prüfzahlen für 2014

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2014 mussten sich wieder viele Computer- oder Videospiele einer kritischen Prüfung durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) stellen, um hierzulande auch für Kinder und Jugendliche erscheinen zu können. Als freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft ist sie zuständig für die Prüfung von Computer- und Videospielen in Deutschland. Anhand ihrer Einschätzung vergeben staatliche Vertreter am Ende des USK-Verfahrens eine entsprechende Alterskennzeichnung. Nun veröffentlichte die USK Zahlen und Statistiken zu ihrer Arbeit in 2014.

Verteilung der Altersfreigaben in 2014 Quelle: USK
Verteilung der Altersfreigaben in 2014 Quelle: USK

In ganzen 2.014 Prüfverfahren vergab die USK 2014 ihre Alterskennzeichen. Auf den ersten Blick eine stolze Anzahl. Ein zweiter Blick zeigt jedoch, dass die Zahl der Prüfverfahren Jahr für Jahr abnimmt. Im letzten Jahr um vier Prozent. Während immer mehr Spiele erscheinen, geht die Zahl der klassischen Prüfverfahren nach dem Jugendschutzgesetz, dessen Fokus nach wie vor auf Veröffentlichungen für den stationären Handel liegt, schon seit Jahren zurück. „Immer mehr Spiele erscheinen online und immer weniger können die geltenden Gesetze von vor über zehn Jahren mit dieser medialen Realität Schritt halten.“, erklärt Felix Falk, Geschäftsführer der USK, die Entwicklung.

Grund für die kleinere Anzahl ist also nicht ein Rückgang an Neuerscheinung, sondern der Umstand, dass immer mehr Spiele nur noch online vertrieben werden. Für diesen Vertriebsweg werden zwar auch Alterskennzeichen vergeben, jedoch ohne die Beteiligung staatlicher Stellen. Auch an der Verteilung der Altersfreigaben, lässt sich dieser Wandel beobachten. Hier schwindet die Zahl der geprüften Gelegenheitsspiele, erkennbar an dem immer geringer werdenden Anteil (52,5 Prozent in 2009 auf 27 Prozent in 2014) von Altersfreigabe „USK ab 0“, kontinuierlich. Diese wandern von PCs zu Smartphones oder Tablets ab und werden nicht von der Statistik erfasst.

Eine rasant steigende Zahl von Spielen, die auf immer mehr Wegen global und online verbreitet werden, stellt den Jugendschutz vor elementare Herausforderungen. Das aktuelle Jugendschutzgesetz und der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV)sind der Wirklichkeit kaum noch gewachsen und hinken der Entwicklung hinterher. Bei lediglich online zugänglichen Spielen greifen die traditionellen Jugendschutzmechanismen nicht mehr. Gut, dass die Novellierung des JMStV auf einem guten Weg ist und hoffentlich so flexibel gestaltet wird, dass auf die zukünftigen nationalen und internationalen Entwicklungen reagiert werden kann. Projekte wie beispielsweise das globale System zur Alterseinstufung der International Age Rating Coalition (IARC) oder auch Jugendschutzprogramme wie von JusProg e.V. müssen hier mehr Unterstützung von den Gesetzgebern erfahren.

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