veröffentlicht von Martin Lorber am 05. Mai 2014

Warum digitale Spiele den Geist des Weltspieltags befördern

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„Menschen hören nicht auf zu spielen weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen“. Dieses schöne Zitat des Schriftstellers Oliver Wendell Holmes zum Thema Spiel müssen die Initiatoren des alljährlichen Weltspieltags im Hinterkopf gehabt haben, als sie diesen ins Leben gerufen haben. Jedes Jahr am 28. Mai wird der inzwischen auch von der UNESCO unterstützte Aktionstag mit der Intention begangen, den Spaß am Spiel zu fördern und somit Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten näher zu bringen. Ob die Initiatoren dabei auch schon digitale Spiele vor Augen hatten, weiß ich nicht, aber fest steht, dass diese durchaus an solch einem Tag gewürdigt werden sollten.

Denn schaut man sich die Ziele des Weltspieltags einmal genauer an, so sieht man, dass digitale Spiele hier wie die Faust aufs Auge passen. Ich hatte kürzlich das Vergnügen einem Vortrag des Soziologen und Philosophen Greame Kirkpatrick beizuwohnen. Dieser schrieb digitalen Spielen die Rolle eines kulturellen Katalysators zu, der den kindlichen Drang nach Spaß und Kreativität in unserer Gesellschaft wieder hoffähig gemacht hat. War das Spielen in der Welt der Erwachsenen lange Zeit fast schon verpönt, so konnten digitale Spiele, dank ihrer Zugänglichkeit und niedriger Hürden, die Legitimation zu Spielen in die Welt der Erwachsenen überführen. Spielen ist halt nicht nur gut für Kinder, sondern, egal ob digital oder analog, auch gut für alle Altersklassen.

Eine aktuelle Studie im Auftrag von Electronic Arts zum Thema Spielen in unserer Gesellschaft zeigt wie digitale Spiele dem Geist des Weltspieltags entsprechen. Das Eintauchen in digitale Welten trägt demnach maßgeblich zur Entspannung vom hektischen Alltag bei. Denn auch wenn es zuweilen hektisch auf dem Bildschirm zugeht – vielen Spielern dient diese Form der Freizeitbeschäftigung zur Entspannung. 60 Prozent können in digitalen Kosmen so richtig abschalten. Die Hälfte aller Befragten ist sich jedoch einig, dass digitale Spiele vor allem Spaß machen und einen hohen Unterhaltungswert bieten. Egal ob Sieg oder Niederlage, bei den meisten stellt sich im Anschluss ein großes Gefühl der Zufriedenheit ein. Das bestätigten 57 Prozent der Befragten.

Gleichzeitig zeigt sich auch der Nutzen des Spiels als sozialer Aspekt in unserer Gesellschaft. Auch wenn digitale Spiele primär im Einzelspieler-Modus genutzt werden, begeistern sich immer mehr dafür, das Spiel und dessen Geschichte gemeinsam mit Freunden und Familie vor dem Bildschirm zu erleben. Ein Viertel aller Befragten legt Wert auf genau diese soziale Interaktion. Ein großer Vorteil zum analogen Spiel ist, dass räumliche Grenzen kinderleicht überwunden werden können. Im Multiplayer-Modus suchen Spieler aus allen Schichten und kulturellen Räumen den Wettstreit mit anderen, die dafür nicht einmal im gleichen Land sitzen müssen.

Dank der vielen Vorteile wie zum Beispiel eine leichtere Verfügbarkeit von Mitspielern oder die Möglichkeit auch alleine zu spielen sind digitale Spiele auf einem steten Vormarsch. Zwar greifen 48 Prozent der Befragten immer noch gerne auf Karten-, Gesellschafts- und Brettspiele zurück, dies allerdings lediglich einmal pro Monat. Ganz anders verhält es sich bei digitalen Spielen. Hier integrieren die Deutschen den virtuellen Spielraum in ihren Alltag. Mehr als die Hälfte aller Befragten nimmt mindestens einmal pro Woche den Controller, das Tablet oder das Smartphone zum Spielen in die Hand, wobei fast 30 Prozent den Reiz sogar in der täglichen Auseinandersetzung mit digitalen Welten sehen.

Wenn man es nicht besser wüsste, so könnte man meinen, dass digitale Spiele geschaffen wurden um dem Geiste des Weltspieltags zu entsprechen. Sie haben es geschafft den Spaß am Spielen wieder in der Erwachsenenwelt zu etablieren und bringen dank ihrer Onlinefähigkeit Menschen zusammen. Neben all dem Spaß und der Freude, die es macht mit Familie und Freunden analog zu spielen, so sind digitale Spiele eine wundervolle Ergänzung des Angebots, wenn nicht sogar eine kleine Evolution des Spiels.

Kommentare
  1. Lara sagt:

    Sorry, aber täglichen Konsum von digitalen Spielen nennt man auch Spielsucht 😉

    1. Na ja, ich denke, die Frequenz der Nutzung sagt ja noch nichts über die Intensität der Nutzung aus. Ärzte sprechen bei täglichen Konsum allein nicht von Sucht, da müssen noch ganz andere Faktoren dazukommen. Man spricht ja auch bei anderen Tätigkeiten, die man jeden Tag macht (Tagesschau ansehen, Musik hören etc.) nicht von Sucht.

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