veröffentlicht von Martin Lorber am 01. Januar 2012

Videospiele in den Zirkus: ein Praxisbericht

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In der vergangenen Woche beschrieb Diplom-Psychologe Ulrich Tausend in einem Gastbeitrag des Blogs Medienpädagogik Praxis von seinen Erfahrungen darin, Medien und die Zirkuswelt vor pädagogischem Hintergrund zu verbinden.

Im Sommer 2011 fand im Rahmen des Münchner Projektes Zirkuslust während der Pfingstferien ein Experiment statt, bei dem sich Kinder mit dem Konsolenspiel Little Big Planet 2 kreativ auseinandersetzen konnten, um virtuelle mit realen Zirkusnummern zu verbinden. An drei Tagen steuerten dort elf Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren an drei Konsolen die Spielfiguren durch ein eigens erstelltes Zirkuslevel. Zu den im Spiel erarbeiteten Kunststücken wurden von den Kindern auch Kunststücke auf der Bühne vor der Leinwand geprobt, dazu zählten beispielsweise Tanzschritte, die erst in der Realität und dann im Spiel eingeübt und schließlich parallel aufgeführt wurden. Eine weitere Variante: Während die digitalen Spielfiguren eine virtuelle Flammengrube überwinden, springen die Kinder durch einen realen Reifen, der mit Textilflammen umgeben ist.

Erkenntnisse der Aktion

Die gemachten Erfahrungen dieses technisch und koordinativ sehr aufwändigen Experiments waren vielseitig: Sie reichten laut Tausend von der Erkenntnis, dass die jüngsten Teilnehmer im Alter von sechs Jahren Probleme bei der komplexen Steuerung besaßen bis zur Erfahrung, dass Kinder mit Konsolen-Vorkenntnisse altersunabhängig besser mit dem Lenken des Spiels zurechtkamen. Mehr über den Ablauf und weitere Erfahrungen können Sie in dem lesenswerten Gastbeitrag von Ulrich Tausend nachlesen.

Auch wenn der quantitative Zulauf bei diesem ersten Experiment etwas hinter den Erwartungen zurück blieb, so scheint mir diese Art und Weise, Medienkompetenz, Kreativität und Körperbewusstsein gleichermaßen zu fördern, als sehr wertvoll.

Kennen Sie vielleicht ähnliche Programme oder Aktionen, in denen Computer- oder Videospiele in ähnlicher Form eingesetzt werden? Wenn ja, hinterlassen Sie mir gern einen Hinweis als Kommentar oder schicken ihn via Email an mlorber@ea.com.

Weiterführende Links zum Thema:
BLOG: Medienpädagogik Praxis (medienpaedagogik-praxis.de)
WEB: Pädagogische Aktion/Spielen in der Stadt e. V. (spielen-in-der-stadt.de)
WEB: Web-Präsenz von Diplom-Psychologe Ulrich Tausend (ulrichtausend.com)

Kommentare
  1. Björn sagt:

    Ein medien- und theaterpädagogisches Projekt, das an der Schnittstelle von Computerspiel und Theater agierte, war das „gamePLAYtheater“, das medien+bildung.com und das Pfalztheater Kaiserslautern 2008 durchgeführt haben.
    Die beteiligten Jugendlichen schufen „Sims“-Avatare von sich selbst und verknüpften dann eigene Machinimas mit dem Geschehen auf der Theaterbühne.
    Eine kurze Projektbeschreibung sowie einen Einblick in die Ergebnisse findet man hier:
    http://medienundbildung.com/jugendbildung/projekte/gameplaytheater/

    1. Martin sagt:

      Vielen Dank für den überaus spannenden Link. Tolles Projekt!

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