veröffentlicht von Martin Lorber am 11. November 2013

Komponieren für Computerspiele auf der SoundTrack_Cologne

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Musik ist für den Erfolg von Computer- und Videospielen schon immer ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor. Ohne den richtigen „Sound“ kommt bei Spielen nur schwierig die richtige Stimmung auf. Es ist schwer vorzustellen, dass Klassiker wie Super Mario Bros oder Zelda ohne ihre eingängigen Soundtracks und Melodien so stark im kollektiven Gedächtnis der Popkultur verankert wären. Neben der Spielmechanik sind die Soundtracks einer der Gründe, warum sich die Spiele aus der breiten Masse abheben können.

Außer den Entwicklern der Spiele haben sich auch manche Komponisten aus der Anfangszeit der Branche zu richtigen Stars entwickelt. Darunter mit Chris Hülsbeck sogar ein Deutscher. Der Komponist ist vor allem für seine Soundtracks zu „Turrican“ und „The Great Gianna Sisters“ bekannt und beliebt. Allerdings kann er kaum gegen Kōji Kondō ankommen. Einer wahren Legende der Branche. Neben Shigeru Miyamoto, der gefühlt für alle erfolgreichen Spielereihen und Klassiker Nintendos verantwortlich ist, eine bestimmende Figur bei der Entwicklung von Nintendo.

Die Komposition von Musik für Spiele ist in den letzten Jahren sicherlich nicht leichter geworden. Zwar sind die Komponisten eigentlich kaum noch durch die technischen Möglichkeiten der Speicher- oder Wiedergabegeräte eingeschränkt, es stellen sich jedoch ganz andere Herausforderungen. Spiele sind dank ihrer Interaktivität und Non-Linearität halt ganz anders zu behandeln als Filme. Wo Filme im Schnitt sicherlich kaum länger als zwei Stunden dauern, kann es bei großen Spielen schnell mal eine Spielzeit von 50-100 Stunden werden. Groß Rollenspiele wie Dragon Age oder Skyrim schaffen das locker. Eine gute Spielmusik schafft den Spagat zwischen Aufdringlichkeit und Eingängigkeit. Der Spieler muss mitgerissen werden ohne sich zu langweilen und sich trotzdem nicht von der Musik belästigt zu fühlen. Dazu kommt, dass sich die Musik zu den sich stets veränderten Spielsituationen passen muss. Keine leichte Aufgabe, da Spiele verstärkt nicht linear ablaufen

Mit diesem Thema befasst sich in den kommenden Tagen in Köln der Fachkongress zu Musik und Ton in Film, Games und Medien „SoundTrack_Cologne“. Vom 21. – 24. November finden verteilt auf verschiedene Locations in Köln eine ganze Reihe von Workshops, Vorträge und Wettbewerbe statt, die ihren Schwerpunkt auf Soundtracks für unterschiedliche Medien legen.

Besonders spannend ist sicherlich der Bereich „Komponieren für Games“. Am Donnerstag den 21. November steht das Festival ganz im Zeichen der Games. Neben einem ganztägigen Werkstattgespräch mit dem bekannten Games-Komponisten Jeff Rona (God of War), finden über den Tag verteilt noch weitere Werkstattgespräche mit Komponisten großer Spieleproduktionen statt. Wer Interesse hat, kann mit Garry Schyman (Bioshock), Knut Avenstroup Haugen (Age of Conan), Greg Edmonson (Uncharted) und Jason Graves (Tomb Raider) über die Anforderungen an Musik für digitale Spiele sinnieren. Derart angeregt gehen die Designer am frühen Abend in eine gemeinsame Paneldiskussion, die gleichzeitig auch den Abschluss des Tages bildet.

Wer sich gerne ein Bild darüber machen möchte, welche Kraft für Spiele geschriebene Musik entfalten kann, sollte am 22. November in der Kölner Philarmonie vorbeischauen. Hier spielt das WDR Rundfunkorchester Musik aus den Klassikern der Videospielgeschichte. Nicht verwunderlich, dass hier insbesondere Musik aus der Feder des zu Beginn erwähnten Kōji Kondō zu hören ist.

Eine interessante Veranstaltung, die zeigt, mit welchem Aufwand und welcher Akribie dieser Teilaspekt von digitalen Spielen geschaffen wird. Komponisten werden bei der Schaffung von Musik für Games vor besondere Herausforderungen gestellt, das Ergebnis ihrer Bemühungen ist dafür oftmals umso beeindruckender.

Weitere Links zum Thema:

Web: SoundTrack_Cologne

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