veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2014

Amokläufe, Ballerspiele und Computerspielesucht: Wo ist da der Zusammenhang?

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Als ich mir gestern Abend das heute journal im ZDF anschaute, musste ich bei der Anmoderation eines Beitrags zum Thema Sucht und Computerspiele kräftig schlucken. Hier wurden auf einmal Amokläufe, Actionspiele (in der Anmoderation „Ballerspiele“ genannt) und exzessives Spielverhalten (Computerspielesucht) in einen Topf geworfen und vermengt. Prinzipiell begrüße ich es dass das Thema exzessives Spielverhalten in der Öffentlichkeit behandelt wird (erst kürzlich habe ich an einem Streitgespräch mit Dr. Klaus Wölfling im Spiegel zu dem Thema Computerspielesucht teilgenommen) und Betroffene somit bei der Suche nach Lösungen für ihr Problem unterstützt werden. Die Art und Weise wie hier darüber gesprochen wurde, stieß mir aber ein wenig sauer auf.

Schon bei der angesprochenen Anmoderation stellt sich mir die Frage, welchen Zusammenhang Amokläufe oder Actionspiele im Allgemeinen mit dem Thema Computerspielesucht zu tun haben. Dies sind in meinen Augen zwei völlig unterschiedliche Paar Stiefel. Es drängt sich schon ein wenig der Verdacht auf, nicht zuletzt, da weder Amokläufe oder Actionspiele, in dem Beitrag noch einmal aufgegriffen werden, dass hier mit bekannten Schlagworten Aufmerksamkeit durch Skandalisierung geschaffen werden sollte. Ein alter Reflex der Medien, den ich eigentlich schon als überwunden angesehen habe. Schade!

Wie gesagt, eine ernsthafte Diskussion, gerne! Ich verweise zum Beispiel auf eine Zusammenfassung meiner Positionen und Thesen zum Thema Computerspielesucht und Suchtverhalten, die ich an anderer Stelle in meinem Blog gesammelt habe.

Hier übrigens der Link zu dem Beitrag, der mich so ärgert.

Weitere Links zum Thema:

Blog: Thesen zum Thema Computerspiele und Sucht

Web: Spiegel-Streitgespräch: Minderjährige im Wettbüro

Kommentare
  1. Snacky sagt:

    Ballespiele, Amokläufe und Spielesucht gehören halt immer noch zu der gleichen Schublade, in denen Games seit Jahrzehnten abgespeichert werden. Leider.

    Für die meisten gilt ja: Counter Strike / = Spielesucht = soziale Verarmung = Amok.

    Dass viele harmlose Spiele genauso gefährlich sind, will man leider nicht kapieren. Wäre auch zu kompliziert zu erklären, dass mehrere Stunden am Tag „Candy Crush Saga“ zu zocken genauso unnormal ist. Oder dass es Leute gibt, die ihr Gehalt in Browsergames wie „Farmerama“ stecken. Ne ne, das passt nicht zum Weltbild. Schade!

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