Der Spieleratgeber-NRW hilft Eltern bei der Auswhl von Computerspielen für ihre Kinder.
veröffentlicht von Martin Lorber am 04. April 2016

Zu Besuch auf der Fachtagung Gamespädagogik: Gestern – Heute – Morgen

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Bereits seit 10 Jahren steht der Spieleratgeber-NRW Eltern, Pädagogen und der allgemeinen Leserschaft mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um die pädagogische Beurteilung von aktuellen Spielen geht. Anlässlich des 10. Geburtstages lud der Spieleratgeber-NRW am 5. April 2016 zur Geburtstagsfeier im Rahmen der Fachtagung „Gamespädagogik: Gestern – Heute – Morgen“ nach Köln ein.

Zu Besuch beim Spieleratgeber-NRW

Eines vorneweg: es war eine klasse und gut besuchte Veranstaltung. Entwickler, Publisher, Wissenschaft, Politik und gesellschaftliche Akteure folgten der Einladung. Der Spieleratgeber NRW kommt nicht nur bei Pädagogen und Eltern gut an. Christina Kampmann NRW- Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport reiste eigens an, um die Tagung zu eröffnen.

Das ComputerProjekt Köln e.V. sieht seinen Ratgeber als Service- und Informationsplattform zu Computer- und Konsolenspielen sowie Apps. Zusammen mit Partnern aus Pädagogik, Forschung und Jugendmedienschutz thematisiert das Team des Ratgebers Computer- und Konsolenspiele unter medien- und bildungspädagogischen Gesichtspunkten. Das Besondere: Der Spielratgeber-NRW bezieht Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 21 Jahren aktiv in seine redaktionelle Prozesse mit ein. Das Angebot beantwortet viele Fragen, die Eltern und Pädagogen an Apps sowie Computer- und Videospiele stellen und ergänzt damit hervorragend die gesetzlichen Kennzeichen der USK.

Spannende Vorträge auf der Tagung

Lars Gräßer vom Grimme-Institut erläuterte, was aus Sicht des Grimme-Instituts „wertvolle Spiele“ sein können und erklärte, worauf sie bei der Auszeichnung mit dem Grimme-Online-Award achten. Die publizistische Sicht des Grimme-Instituts hat weder den Gefährdungsdiskurs des Jugendschutzes noch den Potentialdiskurs der Pädagogik im Blick, sondern sieht digitale Spiele als erzählerisches oder partizipatorisches Medium. Dementsprechend stehen beim Grimme Online Award eher formalen Fragen um eine gelungene Form und den Grad der Reflektion gesellschaftlicher Themen im Mittelpunkt.

Daniel Heinz vom Spieleratgeber-NRW dagegen zeigte die pädagogische Perspektive auf. Dabei meint er aber weniger „pädagogische“ Spiele, also solche, die einen Lehrzweck im unterhaltsamen Mäntelchen transportieren wollen. „Es schmeckt halt einfach nicht besser, wenn man Schokolade über den Broccoli gießt“, so sein Credo. Viele gelungene Spiele hätten zwar keine intrinsische pädagogischen Eigenschaften, sie eigneten sich aber – je nach Kontext – trotzdem gut für unterschiedliche pädagogische Anwendungen.

Uwe Engelhard (Ständiger Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) zeigte auf, wohin die Reise des Jugendschutzes im Zeitalter des Internets gehen sollte. Als ein zukunftsweisendes Modell stellte er ausführlich IARC vor und führte mit dem Publikum eine Jugendschutzbewertung eines Star Wars: Battlefront-Trailers von EA anhand der IARC-Kriterien durch. Was übrigens hervorragend und einfach klappte Es hat mich sehr gefreut, dass IARC auch in dieser Runde diskutiert wurde. Es zeigt sich immer mehr, dass IARC eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Zeit für einen zukunftsfähigen Jugendschutz war.

Und das waren nur die drei Vorträge, die ich in Gänze hören konnte. Wie so oft bei solch spannenden Veranstaltungen, liefen viele Beiträge parallel, so dass man nicht alles sehen kann, was man gerne sehen würde. Aber besser so, als dass man andersherum die spannenden Beiträge suchen muss.

 

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