Der Medienpädagogische Forschungsverbu nd Südwest (mpfs) erstellt u. a. die miniKIM, die KIM Studie und die JIM Studie.
veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2015

Medienkompetenz-Studie KIM: Medienumgang von Kindern in Deutschland

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Jugendmedienschutz ist eine diffizile Sache. Ohne Kenntnis und Verständnis der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und eigener Medienkompetenz ist eine richtige Herangehensweise beim Jugendmedienschutz nicht leicht. Einen wichtigen Beitrag leistet der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) seit 15 Jahren. In der bundesweiten repräsentativen Studie (KIM) sammelt der mpfs Daten zur Mediennutzung von Kindern und zur Bedeutung der Medien für die jeweilige Altersgruppe.

KIM-Studie zum Medienverhalten von Kindern

In der Studienreihe KIM (Kinder+Medien, Computer+Internet) untersucht der mpfs seit 1999 das Medienverhalten der Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren in Deutschland. Die Studie von 2014 basiert auf einer schriftlichen Befragung von Kindern und den Erziehern. Die Studie stellt Fragen zu ihrem Medienverhalten, zu Einstellungen gegenüber den Medien und zum Medienumgang. Das Medium Games nimmt in der Studie sowie im Alltag von Kindern und Jugendlichen einen wichtigen Platz ein. Der Jugendmedienschutz steht vor neuen Aufgaben. Gleichzeitig wächst die Medienkompetenz der Eltern. Viele von ihnen wuchsen mit NES, EA und Co. auf.

Games haben einen hohen Stellenwert für Kinder

Ein Viertel der Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren gibt Games als die liebste Freizeitbeschäftigung an. Zwei Drittel greifen mindestens ein Mal die Woche zu Controller, Maus oder Smartphone. Die Herausforderung an die Medienkompetenz steigt. Mit zunehmendem Alter steigen die Frequenz und die Dauer des Spielens weiter an. Smartphones und Tablets spielen bei der untersuchten Altersgruppe als Plattform eine geringe Rolle.

Kinder nutzen Spielkonsolen statt Smartphones

Viele Kinder besitzen keine Smartphones oder Tablets. Nur ein Viertel hat ein Smartphone und nur zwei Prozent ein Tablet. Mehr als die Hälfte der Befragten besitzt eine eigene Spielkonsole. Jüngere bevorzugen zum Spielen eine tragbare Konsole. Ältere Kinder spielen an der stationären Konsole oder dem PC. Neue Konsummöglichkeiten stellen die Medienkompetenz der Kinder auf die Probe.

Mehr Medienkompetenz bei Eltern notwendig

Die fünf liebsten Spiele in der Altersstufe: FIFA und Minecraft, die SIMS sowie Super Mario und Mario Kart. Vier von Fünf der Jugendlichen kennen die Alterskennzeichen der USK. Es geben 40 Prozent der Befragten zu, dass sie nicht altersgerechte Spiele spielten. Hier ist die Medienkompetenz der Eltern gefragt. Eltern dienen mit Abstand als „Hauptbezugsquelle“ von Spielen. Die Alterskennzeichen unterstützen Eltern in der Entscheidung für oder gegen Software.

Für einen wirksamen Jugendmedienschutz ist Medienkompetenz auch auf Seiten der Eltern gefragt. Sie sind mit Abstand die wichtigste "Bezugsquelle" für digitale Spiele von Kindern.
Für einen wirksamen Jugendmedienschutz ist Medienkompetenz auch auf Seiten der Eltern gefragt. Sie sind laut KIM Studie mit Abstand die wichtigste „Bezugsquelle“ für digitale Spiele von Kindern.

Verantwortung durch Alterskennzeichnung

Nicht alle kennen sich mit dem Thema Altersbeschränkung aus. Sechs Prozent hörten das erste Mal im Rahmen der Befragung von der Existenz der Kennzeichen. 21 Prozent kennen sie, sind ihnen aber bisher nicht aufgefallen. 90 Prozent glauben, es handle sich um eine pädagogische Empfehlung. Über die Hälfte gibt an, dass sie ihrem persönlichen Urteil beim Kauf von Spielen mehr vertrauen als irgendwelchen Altersbeschränkungen. Hier zeigt sich, dass Aufklärungsarbeit zur Bedeutung der Medienkompetenz für Eltern beim Jugendmedienschutz wichtig ist.

Eltern mit Jugendmedienschutz-Programmen sehr zufrieden

Technische Filtern und Jugendschutzprogramme sind in Augen der Nutzer ein probates Mittel Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten im Internet zu schützen: Die Leistung der Jugendmedienschutz-Programme stellt 96 Prozent der Nutzer zufrieden. Auch aus meiner Sicht ist der Einsatz von Jugendschutz-Programmen angesichts der zunehmenden digitalen Verbreitung von Medieninhalten eigentlich unverzichtbar. Kinder vom Internet fernzuhalten, ist keine Option. Sie bei ihren Ausflügen im Netz immer zu begleiten ist weder machbar, noch förderlich. Der Umgang mit dem Medium ist wichtig für die Entwicklung einer eigenständigen Medienkompetenz. Technische Lösungen, wie zum Beispiel JusProg unterstützen Eltern bei dieser Aufgabe. JusProg sperrt – je nach Altersstufe – Internetseiten für Kinder.

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