veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2014

Köln erneut Mittelpunkt der Gamesforschung: Clash of Realities gehen in die 5. Runde

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Seit nunmehr 8 Jahren trifft in Köln bei der internationalen Fachkonferenz Clash of Realities die Crème de la Crème der Forschung zu Computer- und Videospielen aufeinander. Auch in diesem Jahr werden am 7. und 8. Mai auf dem Campus Südstadt der Fachhochsule Köln wieder aktuelle Forschungsergebnisse präsentiert und diskutiert. Die Tagung bietet eine gute Gelegenheit sich über die neusten Entwicklungen in der Gamesforschung zu informieren. Die eintrittsfreie Konferenz wendet sich gleichzeitig an das Fachpublikum sowie an Journalisten, Studierende und die breite Öffentlichkeit. Das diesjährige Motto: “Spielwelt – Weltspiel. Narration, Interaktion und Kooperation”.

Nachdem bei den letzten Konferenzen der Schwerpunkt eher auf den Medienwirkungen von Computer- und Videospielen lag, werden in diesem Jahr andere Inhalte im Vordergrund stehen. Die Auseinandersetzung mit den ästhetischen Implikationen und künstlerischen Qualitäten der Computerspiele spiegelt wider, dass es sich bei digitalen Spielen auf PCs, Konsolen, Tablets oder Smartphones um ein facettenreiches Genre handelt, das sowohl intensive Unterhaltungserlebnisse als auch weiterführende Lernerfahrungen ermöglicht. Der, den großen öffentlichen Diskursen um Gewaltdarstellungen und Gefährdungen durch „süchtiges“ Spielen aus den Gründungstagen der Konferenz geschuldete, Fokus auf medienpädagogische Aspekte der Forschung wird also deutlich erweitert. Die Öffentlichkeit hat, nicht zuletzt auch dank Veranstaltungen wie der Clash of Realities, inzwischen den Gefährdungsdiskurs, der so lange in unterschiedlichen Ausprägungen die gesellschaftliche Diskussion über Computerspiele bestimmt hat, im Wesentlichen überwunden. Zeit also sich nun den angenehmen Aspekten von digitalen Spielen mehr Zeit zu widmen.

Wichtige Fragestellungen sind in diesem Jahr deshalb: Was hat es mit dem Wettbewerbscharakter der digitalen Spiele auf sich? Wie hängen Konkurrenz und Kooperation zusammen? Welche Narrative müssen entwickelt werden, damit Gameplay funktioniert? Wo liegen die gemeinsamen Erfolgsrezepte beispielsweise von Online-Rollenspielen oder Spielen für Smartphones? Um Antworten auf diese und viele weitere Fragen zu finden, haben die Organisatoren auch diesmal wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen zahlreicher Forscher, Spieleentwickler, Praktiker und politischer Akteure aus dem In- und Ausland zusammengestellt.

Als besonderes Highlight wird in diesem Jahr ein so genannter Hackathon zum Thema Newsgames stattfinden. Hier müssen alle Beteiligten innerhalb eines Tages ein Spiel entwerfen um es am nächsten Tag dem versammelten Publikum vorzustellen. Einzige Vorgabe: Es muss sich um ein Newsgame, das heißt ein Spiel, bei dem statt reiner Unterhaltung auch die Wissensvermittlung zu aktuellen Themen im Mittelpunkt steht.

Wie in den Jahren davor bin ich wieder einmal sehr gespannt auf die vielfältigen Beiträge und Projekte, die es auf der Clash of Realities zu bestaunen geben wird. Es würde mich sehr freuen, den Einen oder Anderen dort auch persönlich über den Weg zu laufen. Wer sich anmelden möchte kann dies auf www.clashofrealities.com tun.

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