veröffentlicht von Martin Lorber am 04. April 2015

Jugendmedienschutz: Medienkompetenz auf europäischer Ebene stärken

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Eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben besteht darin, Kinder und Jugendliche vor nicht altersgemäßen Medieninhalten zu schützen. Die zunehmende digitale Verbreitung von Medieninhalten stellt den Jugendmedienschutz vor immer neue Herausforderungen. In der Vergangenheit hielt Technik und Gesetzgebung kaum mit den rasanten Entwicklungen mit. Umso wichtiger ist die Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen um deren Ausbildung von Medienkompetenz zu unterstützen. Die eigene Medienkompetenz ist der beste Schutz und ein zeitloses Instrument. Auf Einladung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des Hans Bredow Institut kommen jetzt in Berlin Experten aus ganz Europa zusammen, um eine Herangehensweise für die Zukunft zu erarbeiten.

Medienkompetenz wirksamster Jugendmedienschutz

Ein wirksamer Jugendmedienschutz steht auf drei wichtigen Säulen: (1) Der Steigerung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen als gemeinsame Aufgabe von Eltern, Schulen, Erziehern und Medienanbietern. (2) Technische Hilfsmitteln wie Jugendschutzprogramme à la JusProg. (3) Eine umfassende Politik zur Sicherung und Regulierung von Inhalten. Der nachhaltigste Schutz vor unangemessenen Inhalten ist in meinen Augen eine Erziehung hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Schließlich ist Medienkompetenz eine wichtige Grundfähigkeit in unserer Gesellschaft – egal für welches Alter!

Jugendmedienschutz international abstimmen

Jugendmedienschutz funktioniert in Zeiten digitaler Medieninhalte auf rein nationaler Ebene nicht mehr. Das gilt für die Medienerziehung genauso wie für Altersbeschränkungen. Nur mit internationalen Regelungen, Vorgaben und Strategien kommen wir weiter. Solch eine supranationale Strategie zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, bei der Ausbildung von Medienkompetenz ist nun in Arbeit. Auf dem europäischen Fachkongress Net Children 2020 – Gutes Aufwachsen mit Medien erarbeiten die Teilnehmer eine entsprechende Roadmap. Ziel des Ganzen: Konkrete Vorschläge für zukunftsfähige Maßnahmen zur Förderung der Medienerziehung und des Jugendmedienschutzes sammeln. Sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene.

Strategien für einen wirksamen Jugendmedienschutz

Auf der Veranstaltung treffen Experten aus allen betroffenen Bereichen aufeinander und erarbeiten in Workshops Ansätze für einen modernen Jugendmedienschutz. Spannende Vorträge internationaler Experten stellen den aktuellen Stand der Forschung vor und bilden die Basis der Diskussion. Schwerpunkt des ersten Tages bildet die Identifizierung der Herausforderungen beim Schutz der Kinder und Jugendlichen. Der zweite Tag steht ganz im Sinne der Lösungsansätze. Wie kann Medienkompetenz zu einem wirksamen Jugendmedienschutz beitragen? Welche Instrumente unterstützen die Medienerziehung?

Grundlagen für einen zukunftsfähigen Jugendmedienschutz

Leider kann ich selber nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Trotzdem bin ich sehr gespannt auf das Ergebnis. Wenn alles gut läuft, bringt die geschaffene Roadmap „Net Children 2020 – Growing up with Media“ den Jugendmedienschutz einen großen Schritt weiter. Die Roadmap bietet eine Grundlage für zukünftige Debatten und Initiativen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bei der Mediennutzung. Die internationale Herangehensweise entspricht der internationalen Dimension der Aufgabe. Ein wirksamer Jugendmedienschutz ist heutzutage nicht mehr nur national realisierbar. In diesem Zusammenhang ist auch der aktuelle Vorstoß von Familienministerin Manuela Schwesig zu sehen, die sich basierend auf neuesten Studienergebnissen für eine Novellierung der veralteten Gesetze zum Jugendmedienschutz stark macht und im Rahmen der Fachtagung einen „europäischen Fahrplan für ein gutes Aufwachsen mit Medien“ anstoßen möchte. Ich schließe mich in diesem Zusammenhang USK-Geschäftsführer Felix Falk an, der den Bund in der Pflicht sieht, einheitliche Regelungen zu schaffen, „um mit der heutigen Medienrealität mithalten zu können“. Das Thema wird also nicht nur mich, sondern sicherlich alle beschäftigen, die sich mit Jugendschutz befassen.

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