veröffentlicht von Martin Lorber am 01. Januar 2013

GamingLAB an der Universität Hamburg

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Digitale Spiele, ihre Wirkungen auf die Rezipienten und die potenziellen Anwendungen abseits der reinen Unterhaltung stehen immer mehr im Blickpunkt der wissenschaftlichen Forschung. Computer- und Videospiele sind längst das Leitmedium einer ganzen Generation und mit einem Umsatz von fast zwei Milliarden Euro ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Gemessen an der gesellschaftlichen Relevanz des Mediums und der Bedeutung des Themas für viele öffentliche Debatten, ist das Forschungsfeld Game Studies in Deutschland jedoch durchaus noch als unterrepräsentiert zu bezeichnen. In den letzten Jahren traten verschiedenen Institute und Forscher an, die interdisziplinäre Forschung rund um digitale Spiele zu fördern. Erfolgreiche Beispiele wie das Cologne Game Lab an der FH Köln oder das GamesLab Paderborn zeigen, dass ihre Forschung und Lehre von Öffentlichkeit und Studenten sehr gut angenommen wird.

Nun wird auch die Universität Hamburg eine interdisziplinäre Einrichtung für Forschung und Lehre rund um das Thema digitale Spiele ihr eigen nennen. Heute eröffnen der „Arbeitsbereich Medienpädagogik“ und das „Medienzentrum der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft“ das „GamingLAB“, ein Projekt, das neue Akzente in Lehre und Forschung setzen soll. Da digitale Spiele relevante Gegenstände der medienpädagogischen Forschung sind und vielfältige Bezüge zu Tätigkeiten von Pädagoginnen und Pädagogen zeigen, liegt der Forschungsschwerpunkt hier deutlich auf medienpädagogischen Aspekten. Das GamingLAB möchte sich insbesondere der Erforschung der digitalen Spielkultur, der Lern- und Bildungspotentiale sowie der pädagogischen und didaktischen Einsatzmöglichkeiten von digitalen Spielen widmen.

Federführend bei dem Projekt „GamingLAB“ sind Andreas Hedrich, Jun.-Prof. Dr. Alexander Unger und Prof. Dr. Rudolf Kammerl, Hauptautor der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegebene Studie „Exzessive Internetnutzung in Familien“ (EXIF). In diesem Zusammenhang hatte ich ja schon die Gelegenheit Herrn Prof. Dr. Kammerl für meinen Blog ein paar Fragen zu stellen.

Ich freue mich, dass mit dem Hamburg GamingLAB eine weitere deutsche Hochschule das Potenzial von Games erkennt und hierzulande forschen wird. Ich wünsche viel Erfolg und bin jetzt schon auf die ersten Ergebnisse gespannt.

Weitere Links zum Thema:

Blog: „Es begann eigentlich mit meinem Vater“ – LfM stellt neue Studie zum Thema „Computerspiele(n) in der Familie“ vor

Blog: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt Studie zur exzessiven Computer- und Internetnutzung in Familien vor.

Blog: Interview mit Prof. Dr. Müller-Lietzkow über die Gründung eines Kompetenzzentrums für Game Studies und der Positionierung der Industrie.

Blog: GamesLab der Universität Paderborn: Vorbericht zur Einweihung

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