Weil das Thema Computerspielsucht immer wieder aufkommt, hier erneut ein paar Thesen zum Thema.
veröffentlicht von Martin Lorber am 07. Juli 2013

Gameslab Paderborn: Entwicklertagebuch zum edukativen Shooter EDU II

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Heute möchte ich Ihnen eine neue Beitrags-Reihe auf meinen Blog ankündigen. Aufgrund des großen Interesses an meinem Artikel zur Entstehung eines Computerspiels, werde ich in der nächsten Zeit in Form eines Entwicklertagebuchs immer wieder Einblicke in die Arbeit des studentisch (aber sehr professionell) organisierten Teams des Gameslab Paderborn bieten. In einem Interview habe ich im November 2012 bereits mit Prof. Dr. Müller-Lietzkow, Professor am Institut für Medienwissenschaft der Universität Paderborn und Leiter des GamesLab, über die Gründung des Kompetenzzentrums für Game Studies gesprochen.

Dieses arbeitet im Moment an einem Serious Game auf Shooter-Basis. EDU II, so der Name des Projekts, nutzt zwar die gängigen Mechaniken eines Shooters, bohrt diese jedoch auf, um Raum für Neues zu schaffen. Für die Wissensvermittlung innerhalb des auf der Cryengine basierenden Spiels sind unter anderem Quizgame und Counterplay Elemente eingeplant.

Gemeinsam mit Crytek unterstützt Electronic Arts diese lobenswerte Institution und ihr aktuelles Projekt. Neben der Cryengine, die dem Gameslab zur Verfügung gestellt wird, unterstützen wir EDU II auch anderweitig. So geben EA und Crytek das Preisgeld des Deutschen Computerspielpreis 2012 für das beste Spiel an die Forschung und die Nachwuchsförderung weiter. Hier gewann im letzten Jahr Crysis 2 den renommierten Preis.

Solche Projekte sind für den Standort Deutschland und die heimische Gamesindustrie meiner Ansicht nach genau der richtige Schritt. Denn die interne Vernetzung sowie die Förderung der Wissenschaft sind noch immer weit von anderen Mediengattungen entfernt. Auch die Ausbildung von Entwicklern wird vergleichsweise stiefmütterlich behandelt, auch wenn in den letzten Jahren erfreulicher Weise ein erster Wandel zu beobachten ist.

Die gesammelte praktische Erfahrung und zahlreiche Kontakte in die Branche helfen den Studierenden beim Berufseinstieg. Schon heute haben viele Ehemalige des Gameslab den Sprung in die verschiedenen Bereiche der Gamesindustrie geschafft.

Tiefgreifendere Information erhalten Sie während der Beitragsreihe aus erster Hand. Die Projektteilnehmer werden selbst von ihrer Arbeit und den Erfahrungen berichten. Zum Auftakt lasse ich hier schon einmal den Initiator und Leiter des Gameslab, Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, zu Wort kommen.

Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow zum EDU II Entwicklertagebuch

„Electronic Arts Deutschland und Crytek unterstützen dankenswerterweise großzügig das Gameslab Paderborn bei dem neuen Projekt EDU II. EDU II wird ein ganz besonderer, so genannter „Educational Shooter“ bei dem Spielspaß, Wissen und auch ein wenig Gesellschaftskritik im Mittelpunkt stehen werden.

EDU II knüpft an ein Projekt aus dem Studienjahr 2006/2007 an, bei welchem ein Studierendenteam aus Jena in nur wenigen Monaten einen Educational Shooter entwickelt hatte, welcher über 250.000 mal gedownloaded wurde. Der damalige Teamshooter erforderte hohes Wissen in Kommunikations- und Medienwissenschaften um die kniffligen Aufgaben in einem actionlastigen Spiel zu bewältigen. EDU II, welcher derzeit den Untertitel „Back to Campus“ hat, wird in einem neuen Spielmodus die Kombination aus Wissen- und Action in einem Serious Game vereinen.

Vor allem durch die technische wie auch finanzielle Unterstützung durch Electronic Arts und Crytek ist es dabei möglich sowohl auf der Cryengine das Spiel zu entwickeln als auch somit das bisher gut eingespielte Rabbyte Team aus dem Gameslab Paderborn auf ein neues Entwicklungslevel zu heben. Das Spiel wird zunächst für den PC entwickelt, wobei auch weitere Plattformen aufgrund der Leistungsfähigkeit der Engine denkbar sind. „Waffen“ werden u. a. der „gefährliche Twitterbird“, der einen schon mal totquatschen kann. Das Spiel wird nach unserer Einschätzung entsprechend spannend und prinzipiell für jugendliche Spielerinnen und Spieler geeignet sein.

Die bewährte Teamleitung der Rabbyte Studios und die Universität Paderborn freuen sich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Weltmarktführer für digitale Spiele und einem der weltweit erfolgreichsten und besten Entwicklungsstudios. Studierende wie sonstige Beteiligte sehen einer spannenden Zeit entgegen. Daher werden wir auch immer wieder aus und über den Entwicklungsprozess in regelmäßigen Abständen berichten und frisches Bildmaterial in Form eines Entwicklertagebuches liefern.

Für Rückfragen steht das Team der Rabbyte Studios gerne zur Verfügung. Wer einen kleinen virtuellen Rundgang bis zum Gameslab an der Universität Paderborn erleben möchte um zu wissen, wo die Rabbytes entwickeln, der kann ab Mitte Juli die zweite Version des Uniwalk, das Vorgängerprojekt der Rabbytes, unter uniwalk.upb.de besuchen. Für die Rabbytes und das  Gameslab Paderborn; Jörg Müller-Lietzkow (Gesamtprojektleiter)

Das Team der Rabbyte Studios war kürzlich zu Besuch bei EA Köln und gab einen ersten Einblick in das EDU II-Projekt. Außerdem diskutierten wir intensiv über aktuelle Entwicklungen in der Games-Branche.
Das Team der Rabbyte Studios war kürzlich zu Besuch bei EA Köln und gab einen ersten Einblick in das EDU II-Projekt. Außerdem diskutierten wir intensiv über aktuelle Entwicklungen in der Games-Branche.

 

Weitere Links zum Thema:

Blog: Ein Computerspiel entsteht – Von der Idee bis zum Spielvergnügen

Blog: GamesLab der Universität Paderborn: Vorbericht zur Einweihung

Blog: Interview mit Prof. Dr. Müller-Lietzkow über die Gründung eines Kompetenzzentrums für Game Studies und der Positionierung der Industrie.

Web: Das Gameslab Paderborn im Web

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