veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2015

Eine Stadt als Spielfeld: Dreitägiges Festival Playin Siegen startet im April.

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Städte sind für viele das tägliche Lebensumfeld, doch oftmals bieten sie nicht den notwendigen Raum zum Spielen. Entweder schränkt der tägliche Verkehr diesen Platz in einer Stadt ein, oder in Parks ist zum Beispiel das Fußballspielen schlichtweg nicht erlaubt. Auch auf den vorhandenen Spielplätzen gibt es nicht selten klare Vorschriften und Einschränkungen. Da ist es schon etwas Besonderes, wenn die Veranstalter des anstehenden Festivals „Playin Siegen“ drei Tage lang vom 17. bis 19. April die „gesamte Stadt in ein Spielfeld“ verwandeln wollen. Urban Games sollen die Stadt Siegen erobern, den urbanen Raum erlebbar machen und alle sind herzlich eingeladen mitzumachen.

Für die Veranstalter sind die so genannten „Urban Games  Ausdruck einer neuerstarkenden Stadtkultur“. Durch die wissenschaftlichen Brille wollen sie mit dem Festival spielerisch folgenden Fragen nachgehen: Wie findet eine „spielerische Raumergreifung“ in Städten statt? Wie wird hier der öffentliche Raum genutzt? Welche Formen von Partizipation und Interaktion bieten Urban Games? Welchen Einfluss haben Urban Games auf den Lebensraum Stadt? Und – für mich als Fan des digitalen Spiels besonders interessant: Wie beeinflusst die Einbindung digitaler und mobiler Medien die Ebenen der sichtbaren Realität? Welche Schnittstellen gibt es hier? Das Ziel: Moderne Formen des Versammelns im öffentlichen Raum, am Beispiel des Phänomens Urban Gaming praktisch-spielerisch und theoretisch-wissenschaftlich zu hinterfragen und so einen Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft erbringen. Darüber hinaus soll das Festival die Beteiligten dazu anregen, sich aktiv, engagiert und spielerisch mit dem eigenen Lebensraum auseinanderzusetzen.

Bei aller Wissenschaft und diversen Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Workshops stehen in Siegen vom 17. bis 19. April natürlich auch die Spiele im Mittelpunkt. Diese sollen, wie schon erwähnt in der ganzen Stadt stattfinden. Um das gebührend umzusetzen, suchen die Veranstalter in einem „Open Call for Games“ noch spannende Spielkonzepte – sei es von erfahrenen Spieleentwicklern und Medienkünstlern, als auch einfach von Menschen mit einer interessanten Spielidee für spezielle Orte und Plätze in Siegen. Bewerbungen nehmen die Veranstalter noch bis zum 8. März per Email entgegen.

Ich finde die Idee klasse und bin gespannt, welche Spiele und Spieler über alle drei Tage in Siegen die gesamte Stadt einnehmen werden. Die Ergebnisse werden im Übrigen in einem Wissenschaftsjournal festgehalten. Doch dazu hoffentlich im Anschluss an das Festival bald mehr.

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