Gamescamp
veröffentlicht von Martin Lorber am 06. Juni 2016

Gamescamp – Ein innovatives Konzept bringt Jugendliche zum produktiven Austausch über digitale Spielkultur zusammen

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Ob alleine oder gemeinsam mit Freunden oder Fremden über das Internet –  es ist keine Neuigkeit, dass viele Jugendliche gerne ihre Freizeit mit Computer- und Videospielen verbringen und sie wichtiger Teil ihrer Lebenskultur sind. Wie bei anderen Freizeitbeschäftigungen, von Sport über Literatur bis hin zu künstlerischen Tätigkeiten, bestimmen Games und ihre Inhalte auch abseits der reinen Tätigkeit die Diskussionen.

Große Themenvielfalt

Dabei geht es nicht nur darum, welches Spiel oder welche Spielereihe ihr Favorit ist, sondern ganz generell um Themen, mit denen Jugendliche bei Spielen in Berührung kommen. Das können die Gepflogenheiten im Chat bei MOBAs, Sexismus und andere politische Themen rund um Computerspiele, Jugendschutz oder auch die Reflexion über die kreativen und technischen Entscheidungsprozesse bei der Entwicklung des Spiels sein. Zu all diesen Themen (und vielen weiteren) können Jugendliche sich bereits im Internet in einschlägigen Foren und Message-Boards austauschen, die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit Gleichaltrigen und – gesinnten ist aber nicht immer gegeben.

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Anlass für tiefgreifende Diskussionen

Eine Gelegenheit dazu bieten die seit 2011 jährlich stattfindenden Gamescamps. Die Bundeszentrale für politische Bildung und regionale medienpädagogische Institutionen laden jährlich Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 21 Jahren ein, um über digitale Spiele und digitale Spielkultur zu diskutieren. Die Teilnahme an den Camps ist kostenlos. Mein Kollege Fabian Weichert war in diesem Jahr vor Ort und konnte mir ausführlich darüber berichten.

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Freie Themenwahl verknüpft mit Fachwissen

Organisiert sind die Gamescamps nach dem Modell eines Barcamps. Teilnehmer schlagen zu Beginn der Konferenz Themen für die Sessions vor und moderieren diese auch selbst. Inhaltlich werden die Camps also von den Jugendlichen selbst gestaltet. Die Veranstalter kümmern sich in erster Linie um den organisatorischen Rahmen und begleiten die Diskussionsrunden. Hinzu kommen so genannte „Joker“. Joker sind Vertreter aus relevanten Tätigkeitsfeldern und Branchen, die eingeladen werden, um den Jugendlichen als Ansprechpartner aus ihrem jeweiligen Fachbereich zur Verfügung zu stehen und gegebenenfalls Diskussionsimpulse zu liefern.

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Anregende Gespräche auf hohem Niveau

Kürzlich fand in Köln ein Gamescamp zum Thema „Ethik & Games“ statt. 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über ein Wochenende z.B. über Sexismus in und um Games, die Bedeutung der USK, das „perfect“ Game, moralische Entscheidungen in Spielen oder etwa über die philosophische Frage, ob Pokémon Lebewesen oder Gegenstände sind. Das Camp bot ein breites Spektrum an teils komplexen Themen, die in den Sessions stets auf sehr hohem Niveau diskutiert wurden und ein bemerkenswertes Ausmaß an Selbstreflexion zu Tage förderten. Fabian Weichert berichtete mir, dass die Gesprächsdynamik dabei stets so lebendig war, dass der zeitliche Rahmen der Sessions öfters gesprengt wurde. Auch wenn dadurch nicht immer Zeit für ein ausformuliertes Fazit blieb, hatte man am Ende immer neue Einsichten und Perspektiven in das jeweilige Thema gewonnen.

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Digitaler Nachwuchs als Zugewinn

Das Gamescamp hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck und das sichere Gefühl, dass diese heranwachsende Generation so genannter Digital Natives für das Diskussionsniveau und die kritische Auseinandersetzung rund um digitale Spielekultur eine große Bereicherung ist.

Kommentare
  1. Gamer92 sagt:

    Interessanter Artikel. Ein Gamescamp? Find ich cool, neue Eindrücke sind immer sinnvoll.

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