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Aktuelle Beiträge

DiGRA 2015 in Lüneburg

11. Mai 2015, Martin Lorber

Nach der Gamesweek in Berlin findet in den kommenden Tagen noch eine weitere große, international bedeutsame Veranstaltung in Deutschland statt. 2015 feiert die DiGRA ihre Premiere in Deutschland. Die Fachkonferenz befasst sich mit den Herausforderungen an die Game Studies in Zeiten eines Wandels der Spielkultur. Veranstaltungsort ist vom 14.-17. Mai die Leuphana Universität in Lüneburg.

Fachkonferenz zur Spieleforschung

Die im Jahresrhythmus stattfindende DiGRA-Konferenz ist das Aushängeschild des internationalen Verbands „Digital Games Research Association“ (DiGRA). Neben der Clash of Realities, lädt sie seit 2011 als eine der weltweit größten Konferenzen der Spieleforschung zum wissenschaftlichen Austausch ein. Lüneburg reiht sich damit in solch illustre Gesellschaft wie London, Tokio und Stockholm ein. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter 250 bis 300 internationale Teilnehmer. Darunter Spieleforscher, Game Designer und -entwickler, Studierende, regionale Unternehmen und weiteres interessiertes Fachpublikum.

Diversität der digitalen Spielkultur als Thema

Unter dem Titel „Diversity of Play: Games – Cultures – Identities“ befasst sich die Konferenz mit aktuellen Fragestellungen der Spieleforschung. Unter den Begriffen Computerspiele oder digitale Spielkultur werden inzwischen ganz unterschiedliche Medienformen und -praktiken zusammengefasst. DiGRA2015 setzt den Fokus auf die Erforschung dieser Spieltypen und Spiele. Wie lässt sich dieser Vielfalt gerecht werden und gleichzeitig eine sinnvolle Kategorisierung finden? Was bedeutet es in diesem Zusammenhang Spieler zu sein – welche Identitäten bilden sich durch die neuen Spielformen?

Weltweit aktiver Forschungsverbund zu digitalen Spielen

DiGRA ist der international führende Verband der wissenschaftlichen Forschung zu digitalen Spielen. Seit seiner Gründung 2003 fördert der Verband die professionelle Arbeit im Forschungsfeld. Auch die länderübergreifende Zusammenarbeit und Verbreitung der wissenschaftlichen Arbeiten und Ergebnisse hat sich DiGRA auf die Fahne geschrieben. DiGRA ist weltweit aktiv und vereint Akademiker und Spezialisten aus der Gamesbranche der neun Untervereine in Amerika, Europa, Asien und Australien.

Lüneburg wichtiger Standort in der Spieleforschung

Die Entscheidung für Lüneburg als Veranstaltungsort hat gute Gründe. Das an der Leuphana Universität Lüneburg angesiedelte Centre for Digital Cultures (CDC) vereint zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte zum Thema digitaler Wandel. Internationale Wissenschaftler, Unternehmer wie Künstler treten hier in Austausch, um gemeinsam den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten. Ebenfalls am CDC ansässig: Das Gamification Lab, Teil des Forschungsprojektes Art and Civic Media im Innovations-Inkubator Lüneburg.

Quo Vadis 2015: Interview mit Organisator Stephan Reichart

08. Mai 2015, Martin Lorber

Die Entwicklerkonferenz Quo Vadis entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Think Tanks der Gamesbranche. Sie ist eine große Plattform für den Nachwuchs und Altstars der Branche geworden. In diesem Jahr hatte ich die Gelegenheit ein kleines Interview mit dem Organisator Stephan Reichart von Aruba Events zu führen. Dieser zeigte sich von der Entwicklung der Konferenz begeistert. Das internationale Publikum erkennt Spieleentwicklung in Deutschland immer mehr an.

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Spielerische Therapie von Mukoviszidose: Die App „Patchie“ soll helfen

06. Mai 2015, Martin Lorber

Auf der QuoVadis 2015 treffe ich Marc Kamps, der mir seine Idee für die Patchie-App zur Therapie von Mukoviszidose vorstellt.

Auf der QuoVadis 2015 treffe ich Marc Kamps, der mir seine Idee für die Patchie-App zur Therapie von Mukoviszidose vorstellt.

Es gibt viele schlimme Krankheiten, die zum Glück nur relativ „Wenige“ betreffen. Leider bedeutet das oft aber auch, dass die therapeutische Entwicklung nur langsam voranschreitet. Eine dieser Krankheiten ist Mukoviszidose. An sich nicht heilbar, lindert die Therapie bei Mukoviszidose lediglich die Symptome der Krankheit. Leider ist die Therapie sehr beschwerlich und erfordert viel Eigeneinsatz. Gerade Kinder und Jugendlichen fällt es schwer hier am Ball zu bleiben. Auf der QuoVadis hatte ich die Gelegenheit Marc Kamps zu treffen. Er und sein Team treten an, das Problem mit der Patchie App zu lösen.

Dazu möchten sie motivationsfördernde Aspekte digitaler Spiele nutzen. Per App sollen Kinder und Jugendliche zur Einhaltung ihrer Mukoviszidose-Therapie motiviert werden. Ganz aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung der App. Im Interview beschreibt Marc Kamps die Hintergründe der Krankheit und erklärt den Ansatz der App.

Sie möchten eine App entwickeln, die Kinder bei der Therapie von Mukoviszidose unterstützt. Vielleicht erklären Sie uns erst einmal kurz die Krankheit. Nicht jeder wird auf Anhieb alle Informationen vor Augen haben.

Mukoviszidose ist eine erblich bedingte Multisystemerkrankung, bei der im Körper sehr zäher Schleim produziert wird. Neben der Leber, Gallenblase, den inneren Geschlechtsorganen, dem Dünndarm sind vor allem die Bauchspeicheldrüse und die Lunge betroffen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt derzeit bei ca. 40 Jahren und setzt dabei eine sorgfältig ausgeführte Therapie von täglich bis zu acht Stunden voraus.

Die Krankheit kann man sehr gut mit einem sinkenden Boot vergleichen. Solange man das Wasser aus dem Boot pumpt, schwimmt es. Hört man jedoch damit auf, sinkt das Boot. So verhält es sich mit der Mukoviszidose und der täglichen Therapie. Wenn man aufhört die tägliche Therapie durchzuführen ersticken die Betroffenen an dem Schleim.

Der Gen-Defekt ist nicht heilbar. Jeden Tag müssen die Betroffenen von neuen kämpfen. Ein Leben lang, von Geburt an. In Deutschland gibt es ca. 8000 Betroffene und jedes Jahr werden 200 Neugeburten mit Mukoviszidose diagnostiziert.

Wie sieht eine klassische Therapie aus und was sind die Schwierigkeiten auf die Sie immer wieder treffen?

Marc Kamps

Marc Kamps

Bei Mukoviszidose spricht man von einer symptomatischen Behandlung. Die Defekte des Körpers müssen einzeln therapiert werden. Meist durch viele unterschiedliche Medikamente, Antibiotika und zeitaufwendige Physiotherapien. Auch die mehrmalige tägliche Inhalation gehört dazu. Die Schwierigkeit ist dabei, dass der zähe Schleim einen idealen Nährboden für Keime bildet und die Erkrankten dadurch auch viel anfälliger für Infekte sind.

Mit der Zeit kommt es bei der Lunge zu dauerhaften Gewebeschäden, die schwere Lungenentzündungen mit sich bringen können. Auch der Befall durch Problemkeime kann zu starken Komplikationen führen. Diese sind meist resistent gegen Antibiotika und verschanzen sich regelrecht im zähen Schleim. Die Behandlung erfolgt dann durch regelmäßige, intravenöse hochdosierte Antibiotika im Krankenhaus. Der Aufenthalt dauert 14 Tage und muss dann alle drei Monate wiederholt werden.

Um rechtzeitig die entsprechenden Maßnahmen einleiten zu können, erfolgen regelmäßig Kontrollen in der Ambulanz. Dies ist sehr zeitaufwendig und stellt eine große Belastung für das familiäre Umfeld dar. Man kann sagen, dass der tägliche Ablauf durch die Krankheit bestimmt wird. Auch Besuche von Verwandten oder Bekannten werden davon abhängig gemacht, ob diese ohne Symptome einer beispielsweise einfachen Erkältung sind.

Was ich persönlich noch nicht einschätzen kann ist der Punkt der Therapietreue. Unser Sohn ist noch sehr klein und zurzeit obliegt es meiner Frau und mir für sein Wohlergehen und die Einhaltung der Therapie zu sorgen. Andere Eltern berichteten mir, dass ihre Kinder in der Pubertät erstmalig teilweise alleine für die eigene Therapie Verantwortung übernehmen und gleichermaßen die Krankheit leugnen. Dies hat fatale Folgen, die nicht sofort bemerkt werden. Natürlich versuchen Eltern ihren Kindern die Wichtigkeit der täglichen Therapie zu vermitteln. Dies gelingt ihnen jedoch nicht immer.

Wie kann Ihre App „Patchie“ hier weiterhelfen/unterstützen?

Als wir von der Erkrankung unseres Sohnes erfahren haben, suchten wir nach einer geeigneten App, um auch unserer Tochter die Krankheit und den Umgang mit dieser spielerisch näher zu bringen. Ihr kindgerecht zu erklären was Mukoviszidose bedeutet. Auf Grund des hohen zeitlichen Therapieaufwandes entsteht bei ihr immer mal wieder das Gefühl von Vernachlässigung. Das ist verständlich und wir tun alles, um dagegen zu wirken. Leider gibt es kein passendes Hilfsmittel oder zeitgemäße Unterstützung. Hier wurde die Idee geboren, eine entsprechende App zu entwickeln, um den Kindern zu erklären zu welchem Zweck sie jeden Tag neu die Zeit aufwenden müssen.

Die App zeigt einen kleinen außerirdischen, Patchie, der ebenfalls an Mukoviszidose erkrankt ist. Da das Krankheitsbild stark variieren kann, liegt der Erkrankung von Patchie der reale Therapieplan und -bedarf des jeweils betroffenen Kindes zu Grunde. Das Kind oder der Jugendliche bekommt die Aufgabe sich um Patchie zu kümmern. Ganz so, wie es die Eltern mit ihnen machen. Damit es Spaß macht, wird die Therapie Mittel zum Zweck. Im Vordergrund steht die Jagd nach Highscores, neuen Aufgaben, Erfahrungspunkten und virtuellen Geschenken. So wie wir es alle von einem guten Spiel kennen. Der Therapiebedarf wird den Kindern und Jugendlichen unterschwellig und vor allem spielerisch vermittelt.

Besonders toll ist, dass sie dabei die Konsequenzen kennen lernen, die eine erfolgreiche Therapie mit sich bringt ohne, wie im wirklichen Leben, Jahre warten zu müssen. Patchie hält dafür eine ganze Reihe von Minispielen bereit und zeigt auch was passiert, wenn man die Therapie mal vergisst. Die Kinder und Jugendlichen können so adaptieren und haben zu dem noch einen Freund, der den gleichen schweren Lebensweg geht, wie sie selbst.

Auch Eltern und Verwandten soll so der Umgang mit der Krankheit näher gebracht und erleichtert werden. Informationen zu der Krankheit und Therapiemethoden sollen leicht verständlich hinterlegt und durch Videos gestützt werden. Um auch dem fachlichen Teil gerecht zu werden, werden wir von Oberarzt Dr. med. Frank Ahrens und dem Mukoviszidose e.V. – Bundesverband Cystische Fibrose unterstützt und sind damit sehr gut aufgestellt.

Konzeptzeichnungen der Patchie App: Diese soll Kindern und Jugendlichen helfen die Motivation bei der Therapie von Mukoviszidose hochzuhalten.

Konzeptzeichnungen der Patchie App: Diese soll Kindern und Jugendlichen helfen die Motivation bei der Therapie von Mukoviszidose hochzuhalten.

Welche Chancen und Nutzen sehen Sie generell für die therapeutische Nutzung von digitalen Spielen?

Die Chancen und der Nutzen beim therapeutischen Einsatz von digitalen Spielen ist aus unserer Sicht sehr hoch. Gerade Kindern und Jugendlichen können auf diesem Wege Informationen und Verhaltensweisen altersgerecht näher gebracht werden. In einer virtuellen Umgebung werden Abläufe simuliert und trainiert. Belohnungssysteme vermitteln die Konsequenzen und sie lernen den Zusammenhang zwischen Symptomen und therapeutischen Maßnahmen verstehen. Natürlich darf das Ganze nicht zum Zwang werden und muss Spaß machen. Der realweltliche Bezug ist zwar sehr wichtig, darf aber der Freude am Spiel nicht gänzlich weichen. Hier sind die Entwickler und Game Designer gefragt.

Die Einbindung der Eltern und ggf. auch der behandelnden Personen ist für einen Erfolg ebenfalls wichtig. Die Eltern haben durch die Unterstützung der Therapie mit digitalen Spielen einen sehr guten Ansatz, um mit ihren Kindern zu sprechen und zusätzliche Aufklärung zu leisten. Der wichtigste Nutzen ist dabei ganz klar, dass die Kinder und Jugendlichen in Ihrer Sprache zeitgemäß an die Notwendigkeit einer Therapie herangeführt werden. Dies gilt natürlich nicht nur für Mukoviszidose.

Die Kindertherapie-App Patchie wird als White Label Produkt entwickelt. Sie soll gemeinsam mit Kollegen der Spezialisten auf andere Fachgebiete sowie Krankheiten, z.B. Asthma, Leukämie etc., für Kinder und deren Angehörige adaptiert werden.

Wie kann man Sie unterstützen?

Um die Kindertherapie-App realisieren zu können, sind wir auf finanzielle Unterstützung und Sponsoring angewiesen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, die App über ein Crowdfunding zu finanzieren. Ich weiß, dass von Mukoviszidose letztendlich nur eine Minderheit betroffen ist, aber wir lieben unsere Minderheit und möchten für sie ein möglichst langes, glückliches und gesundes Leben. Dazu kämpfen wir jeden Tag aufs Neue gemeinsam. Jeder hat die Möglichkeit einen kleinen Teil dazu beizutragen, den Kleinsten unter uns ihren ohnehin schon schweren Weg etwas leichter zu machen und spielerisch früh die eigene Krankheit verstehen zu lernen.

Jeder kann helfen das Krankheitsbild bekannt zu machen, in dem man darüber spricht. Wir benötigen Hilfe für die Kampagne um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Jedes kleine Wort und jeder Euro helfen dabei ungemein. Da wir nicht gewinnbringend ausgerichtet sind und die App für Smartphone und Tablet kostenlos zur Verfügung stellen wollen, ist es leider nahezu unmöglich Investoren zu finden. Vielleicht kennt aber ja der Eine oder Andere einen netten Menschen, der uns finanziell auch stärker unterstützen möchte.

International Gamesweek in Berlin: Ein Besuch, der sich gelohnt hat!

29. April 2015, Martin Lorber

In der vergangenen Woche fand in Berlin die INTERNATIONAL GAMES WEEK BERLIN statt. Neben der Verleihung des Deutschen Computerspielpreis (DCP) gab es viele weitere spannende Veranstaltungen. Quo Vadis, A MAZE, Gamefest im Computerspielmuseum – um nur eine Auswahl zu nennen. Ein Programm, das dem „neuen“ DCP einen sehr würdigen Rahmen verpasst. In diesem Jahr war ich selbst Teil der Jury des DCP und durfte den Trubel auch vor Ort erleben. Jedoch habe ich neben der Preisverleihung nur die Zeit gefunden die Quo Vadis zu besuchen. Allein dieser Besuch hat sich aber, aufgrund der vielen spannenden Vorträge und Gesprächspartner, sehr gelohnt.

Erfolgreiche Fachkonferenz für Computerspiele

Die Entwicklerkonferenz QuoVadis hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Think Tanks der Gamesbranche entwickelt. Sie ist eine große Plattform für den Nachwuchs und Altstars der Branche geworden. Mehr als 180 Sprecher und 130 Sessions, Workshops und Vorträge wurden geboten. Da blieb nur die Qual der Wahl bei regem Publikumsandrang im Kino International und Cafe Moskau. Besonders aufgefallen ist mir die internationale Ausrichtung der Quo Vadis. Fast die Hälfte der Sprecher und Besucher reisen extra für die Konferenz nach Deutschland. Eine tolle Entwicklung, die Organisator Stephan Reichart und sein Team zu recht besonders freut.

Quo Vadis als D.I.C.E. Europas

Leider konnte ich nur die ersten beiden Tage besuchen. Diese boten in meinen Augen allerdings schon eine ganze Menge Höhepunkte. Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Vorträge von Kacper Kwiatkowski, Teil des Teams von „This War of Mine“, oder Don Daglow und die Diskussionsrunde mit Noah Falstein und Ed Fries waren fantastisch. Sie bestätigten mir im persönlichen Gespräch, dass die Quo Vadis international immer mehr an Bedeutung zunimmt. Fries gab an, dass sein Umfeld die Quo Vadis schon als D.I.C.E. Summit Europas ansieht. Ein wirklich schönes Lob für die Veranstalter.

Deutscher Computerspielpreis erfolgreich reformiert

Über den „neuen“ DCP kann ich ebenfalls nur Gutes erzählen. Judith Rakers moderierte sehr angenehm durch den Abend und die Laudatoren sorgten immer wieder für Höhepunkte. Durch die Neuausrichtung des Preises ist dieser noch einmal ein ganzes Stück gewachsen. Nach der Kritik der letzten Jahre, kann man hier allen Beteiligten ein dickes Lob aussprechen. Ich hätte mich natürlich sehr gefreut, wenn unser nominiertes Dragon Age: Inquisition gewonnen hätte. Eine Niederlage gegen das großartige „This War of Mine“ ist jedoch noch verschmerzbar.

Quo Vadis wächst weiter

Wie immer bei hochklassigen Veranstaltungen wie der Gamesweek, ärgere ich mich, dass ich nicht alles miterleben konnte. Ein Gefühl, welches ich sicher mit vielen teile. Vielleicht schaffe ich es ja im nächsten Jahr mehr Zeit auf der Gamesweek zu verbringen. Die Quo Vadis wird dann wohl auch in neuen Räumlichkeiten stattfinden, wie mir Stephan Reichart verriet. Das Cafe Moskau ist inzwischen zu klein für den großen Besucherandrang geworden. Ich bin gespannt, wie sich die Veranstaltung weiter entwickelt und freue mich über Ihre Kommentare im Blog. Teilen Sie mir Ihre Erfahrungen mit – gerne auch via Facebook, Twitter und Google Plus.

Lesenswert #94: Appell für mehr Medienkompetenz bei Eltern

27. April 2015, Martin Lorber

In der Rubrik „Lesenswert“ möchte ich Ihnen auch heute wieder spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vorstellen. Wie immer freue ich mich über alle Hinweise zu weiteren Links und Veröffentlichungen per E-Mail oder über die Kommentarfunktion.

Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation im Jugendmedienschutz

Unabhängig vom eigentlichen Thema „Umgang mit Kinderfotos“ ein lesenswerter Beitrag auf dem Elternblog „Supermom“, den sich alle Eltern zu Herzen nehmen sollten. Denn die elterliche Medienkompetenz ist elementar wichtig, um Kindern bei der Ausbildung ihrer Medienkompetenz beizustehen. Das gilt beim Umgang mit sozialen Medien genauso wie mit Computerspielen und ist eine tragende Säule des Jugendmedienschutzes.

Musik aus Computerspielen

Stefan Geiger, Dirigent des NDR Sinfonieorchesters, im Interview zu Musik aus Computerspielen im Konzertsaal. Er spricht über die Herausforderungen die meist „funktionale“ Musik für ein klassisches Konzert zu arrangieren. Oft erkennen die Leute erst im Konzertsaal, welch tolle Kompositionen in Computerspielen stecken.

Computerspiele und Politik

WASD-Herausgeber Christian Schiffer spricht in seinem Beitrag im Deutschlandfunk über die zunehmende Politisierung von Computerspielen. Nicht nur kleine Produktionen wie zum Beispiel „Papers, Please!“ haben eine politische Botschaft. Große Produktionen wie die GTA-Reihe setzen sich immer wieder mit politischen Themen auseinander. Dies wird insbesondere bei dieser Spielserie übersehen und lediglich die Gewalt im Spiel thematisiert. Die politische Satire, die im ganzen Spiel subtil mitschwingt, bleibt vielen Kritikern unbemerkt.

Eltern und Computerspiele

Ein launischer Beitrag auf Bild.de zeigt, was Eltern von Computerspielen lernen können.

Computerspiele inspirieren Kunst

In der Ausstellung „Supersample: Pixels at an Exhibition“ werden keine Computerspiele ausgestellt. Hier werden Kunstwerke gezeigt, die sich der Themen und der Ästhetik von Games bedienen.

Gamesweek in Berlin

Großes Medienecho zur internationalen Gamesweek in Berlin: Spiegel Online zeigt die Highlights für die Besucher. Andreas Lange, Computerspielmuseum Berlin, in einem Interview über die Veranstaltung. Die Zeit schreibt über das A MAZE Festival und der Aktionstag “Womenize! Tech, Digital Business and Media” thematisierte Frauen in der Digitalwirtschaft. Auch die Quo Vadis begeisterte die internationalen Besucher. Nachzulesen hier.

Girls Day bei EA in Köln

24. April 2015, Martin Lorber

Seit 2001 öffnen am Girls Day Unternehmen und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für junge Mädchen. Die Mädchen schnuppern in Berufe aus IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik herein, in denen Frauen noch selten vertreten sind. Gestern warfen sechs junge Mädchen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren einen Blick hinter die Kulissen von Electronic Arts. Die Besucherinnen bekamen Einblicke, wie der Arbeitsalltag bei EA aussieht. Meine Kolleginnen erzählten ihnen, wie sie den Weg in die Branche fanden.

Frauen und digitale Spiele

Computerspiele sind schon lange keine reine Männerdomäne mehr. Frauen und junge Mädchen sind in der Welt der digitalen Spiele auf dem Vormarsch. 47 Prozent – und damit fast die Hälfte – aller Spieler sind weiblich. Doch nicht nur als Rezipienten gewinnen Frauen für das Medium „Videospiel“ an Bedeutung. Auch bei der Produktion von digitalen Spielen haben immer mehr weibliche Mitarbeiter ihre Hände im Spiel. Quer durch alle Bereiche, wie Entwicklung, Design, Vertrieb oder Vermarktung. Es arbeiten immer noch mehr Männer als Frauen an den Spielen, aber der Trend geht eindeutig in Richtung Ausgleich.

Computerspiele = Innovation, Kreativität und Technologie

Um diesen Trend zu verstärken, hielten wir es für eine gute Idee mit EA in Köln am Girls Day 2015 teilzunehmen. Wahrscheinlich hätte es uns gar nicht so überraschen sollen, dass die sechs Plätze rasch vergeben waren. Immerhin ist die Games-Branche sehr reizvoll. Wo sonst liegen Innovation, Kreativität und Technologie so eng beieinander? So gab es dann auch viel zu sehen. „Wir haben hier echt eine ganze Menge Sachen kennengelernt. Scheint ja alles ziemlich spannend zu sein“, ließ Greta (13) verlauten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es scheint nicht nur so, es ist tatsächlich ziemlich spannend!

Greta (13) im Gespräch mit Michaela Bartelt, Senior Director Worldwide Localization, bei EA.

Greta (13) im Gespräch mit Michaela Bartelt, Senior Director Worldwide Localization, bei EA.

Erfolgreicher Girls Day

Ich finde es klasse, dass EA sich dieses Jahr am Girls Day beteiligte. Bei uns in Köln ist der Frauenanteil m. E. schon recht groß. Das liegt aber wahrscheinlich an unserer großen Lokalisierungsabteilung und weil Sprachen ja traditionell eher ein Feld sind, wo es mehr Studentinnen gibt als in anderen Fächern. Die Mädchen jedenfalls hatten während der Tour großen Spaß. Sie waren erstaunt, wie viele Berufe ineinander greifen, wenn ein Computerspiel entsteht und wie viele spannende Arbeiten es dazu gibt. Es war ein sehr angenehmer und aufregender Tag mit unseren Besucherinnen! Vielen Dank an Euch.

Lange Nacht der Computerspiele in Leipzig

22. April 2015, Martin Lorber

Museumsnächte gehören inzwischen fest zum kulturellen Terminkalender der meisten Großstädte. Gleichzeitig haben digitale Spiele ihren Platz in Museen eingenommen. Im Rahmen der Leipziger Museumsnacht findet nun am 25. April ab 14 Uhr die Lange Nacht der Computerspiele statt. Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) stellt ihre Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung. Für Fans des Mediums „digitales Spiel“ bleibt kaum ein Wunsch offen. Viele Einzelveranstaltungen rund um die Themen Retro, Computerspiele und Konsolen bieten alles was das Gamer-Herz begehrt.

C64- und Amiga-Spiele lassen in Erinnerung schwelgen

Auf fünf Etagen und 3.000 Quadratmetern bewegen sich Besucher durch die Welt der Computer- und Videospiele. Sie erleben nicht nur aktuelle Spiele und Konsolen, sondern auch die Vergangenheit und Entwicklung des Mediums. Alte Systeme wie Atari 2600, NES oder Mega Drive lassen uns in Erinnerungen schwelgen und Spiele am C64 oder Amiga zeigen, wie Gaming in der „Steinzeit“ aussah. Selber Hand ans Gamepad oder Joystick anlegen ist hier explizit erwünscht. Darüber hinaus gibt es ein reichhaltiges Programm, das die gesamte Bandbreite der digitalen Spielkultur abdeckt. Spielemusik-Konzerte erfreuen das Ohr und junge Spielentwickler stellen ihre Werke vor. Hier das vollständige Programm.

Heimspiel für das Haus der Computerspiele

Gemeinsam mit der HTWK Leipzig organisiert René Meyer (Journalist, Sammler) und seine Schreibfabrik die Veranstaltung. Ein Großteil der Exponate und ausgestellten Spiele stammen aus seiner Sammlung „Haus der Computerspiele“. In Form einer Wanderausstellung gastiert diese auf Messen wie der gamescom, auf Spiele-Festivals und in Museen in ganz Deutschland. Im Vorfeld findet von 10 Uhr bis 14 Uhr der Hochschulinformationstag der HTWK statt. Dieser bietet Studieninteressierten zahlreiche Veranstaltungen, Laborführungen, Experimente und Schnuppervorlesungen. Eine gute Gelegenheit sich über das Angebot an der HTWK zu informieren.

Die 9. Lange Nacht der Computerspiele

Die 9. Lange Nacht der Computerspiele

Der Deutsche Computerspielpreis in Berlin rückt näher

16. April 2015, Martin Lorber

Der Deutsche Computerspielpreis in Berlin steht in den Startlöchern. Nur noch wenige Tage, dann werden im Rahmen der Feierlichkeiten am 21. April 2015 die Preise in 14 Kategorien im Gesamtwert von 385.000 Euro verliehen. Doch abseits dessen ist in Berlin auch sonst in Sachen Games jede Menge los. Denn zeitgleich findet die International GamesWeek statt, die wie immer mit einem bunten, umfassenden Programm aufwartet:

Quo Vadis 2015 – Die Fachtagung mit Newcomer-Potential

So treffen sich standesgemäß die europäischen Games-Entwickler auf der Fachkonferenz Quo Vadis vom 21. bis 23. April. Allein 2014 zählte die Tagung gut 2.500 Besucher und hat sich in den letzten Jahren von alleine zu einem der größten Events und Konferenzen für games-relevante Themen entwickelt. Mit einem breiten Angebot an Diskussionsrunden, Vorträgen und Work-Shops bietet sie seit Jahren einen guten Überblick über die Trends und Entwicklungen der facettenreichen Industrie. Doch nicht nur die „Großkopferten“ geben sich ein Stelldichein. Ganz im Gegenteil: So werden neben dem üblichen Fachprogramm auch im Rahmen des Wettbewerbs „Best of Quo Vadis“ bis zu 15 New-Comer und Studenten im Kino International ihre Projekte vorzustellen. Eine Jury wird dann noch am gleichen Abend die Sieger küren.

A MAZE. – Das Festival der Indie Games-Szene

Um Indie Games und Digital Art geht es dann vor allem auf dem A MAZE. Festival . Das Event findet zum vierten Mal im Rahmen der Gamesweek statt. Hier treffen Indie-Entwickler, Gamer, Kreative und Medienkünstler, um gemeinsam in Work-Shops und Vorträgen auszutauschen. Auch ein eigener Award für die besten Indie Games erwartet die Besucher. Ein wirklich unverwechselbares Event, dass jede Menge Spass und Kreativität pur verspricht.

Das Gamefest – Pflichtbesuch für Computerspiel-Fans

Auch ein schon inzwischen fester Bestandteil der International Gamesweek ist das Gamefest im Deutschen Computerspielmuseum. Ein Pflichtbesuch für alle, die sich für digitale Spiele interessieren. Ein thematischer Schwerpunkt wird laut Veranstalter die Verbindung von Computerspielen und Theater sein. Die Schweizer Theatergruppe extraleben wird ihr Stück „Yet another world“ geben und die Zuschauer zu Mitspielern machen. Sehr spannend, wie ich finde. Darüber hinaus gibt es auch jede Menge musikalische Beiträge. Die 8-Bit-Musiker Desert Planet aus Finnland, der deutsche Hip-Hopper Rockstah und Elektro-Urgestein DJ Mijk van Dijk treten am 23.4 live auf und wollen zeigen wie sehr Games und Musik einander beeinflussen. Auch findet sich in diesem Rahmen wieder die „Nacht des nacherzählten Spiels“ und die Stiftung Digitale Spielekultur lädt zu ihren „Spielungen“ besonderer Computer- und Videospiele ein.

Da ich ja in diesem Jahr selbst ein Teil der Jury des Deutschen Computerspielpreises bin, werde ich vor Ort sein und mir einen hoffentlich umfassenden Eindruck machen können – vor allem auf der Quo Vadis. Ich bin gespannt auf viele interessante Vorträge und vor allem wie der Computerspielpreis nach der Generalüberholung ankommt. Vielleicht trifft man sich ja in Berlin.

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