Umsätze der Games- und Filmbranche im Vergleich
veröffentlicht von Martin Lorber am 05. Mai 2017

Umsätze der Games- und Filmbranche im Vergleich

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Laut einer Prognose von Statista wird der weltweite Umsatz mit Videospielen (Spieleverkäufe, Gaming-Apps, Abos, Mikrotransaktionen) bis zum Jahr 2020 auf insgesamt rund 85,4 Milliarden US-Dollar wachsen. Auch in Deutschland ist die Gamesbranche weiterhin im Aufwind. Schon 2016  wuchs der Umsatz in Deutschland um 7 Prozent. Häufig werde ich auf den Vergleich der Umsätze von digitalen Spielen mit den Umsätzen anderer Industrien angesprochen. In diesem Beitrag möchte ich die Umsätze der Gamesbranche mit den Umsätzen der Filmindustrie vergleichen.

Gamesbranche: Ein Wachstumsmarkt

In Deutschland läuft es weiter gut für die Gamesbranche. Der BIU berichtet, dass der Umsatz des Gesamtmarkts für Computer- und Videospiele sowie Gaming-Hardware 2016 konstant bei 2,9 Milliarden Euro blieb. Erstmals durchbrach der Anteil des Umsatzes mit Games-Software in Deutschland die Grenze von 2 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Games-Hardware (Spielkonsolen, Handhelds und Peripherie) betrug etwa 750 Millionen Euro.

Die Filmbranche umfasst viele unterschiedliche Teilmärkte

Auch die Umsatzzahlen in der Filmbranche setzen sich aus unterschiedlichen Teilmärkten zusammen. Je nach Zählung ist der reine Kino-Umsatz oder aber der Gesamtmarkt inklusive Streaming, Verleih, Datenträgern und TV gemeint . Dabei ist die Entwicklung der Segmente höchst unterschiedlich: Das Streaming über Dienste wie Sky, Netflix oder Amazon Prime wächst – inzwischen auf fast 1 Milliarden Euro. Die Verkaufszahlen von DVD- und Bluray-Filmen sinken. Trotzdem: Allein mit Filmen auf Datenträgern wurde 2016 ein Umsatz knapp oberhalb der Milliarden-Grenze erzielt. Aus dem Verkauf von Eintrittskarten haben die deutschen Kinos 2016 einen Gesamtumsatz von rund 1,02 Milliarden Euro erreicht. Der Umsatz ist so nach Angaben der Filmförderungsanstalt im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen.

Schwierige Vergleichbarkeit zwischen Filmbranche und Gamesbranche in Deutschland

Es ist nicht leicht einen Vergleich zwischen zwei Branchen zu ziehen, die sich zwar ähneln und sich trotzdem in gewissen Punkten fundamental unterscheiden. Die veröffentlichten Zahlen gelten häufig nur für bestimmte Teilmärkte oder schließen diese aus. Hier besteht die Gefahr schnell Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Ich halte jedoch folgenden Blick auf die nackten Daten für sinnvoll: Betrachtet man die Jahre 2016 und zählt Kino, DVD, Blu-Ray, Download und Streaming beläuft sich der Umsatz der Filmindustrie auf ca. 3 Milliarden Euro. Vergleicht man dazu den Gesamtmarkt Games inklusive In-App Käufe, Downloads und Hardware positioniert sich die Gamesbranche knapp dahinter (etwa 2,9 Milliarden Euro).

Egal ob Film oder Spiel: Deutsche Produktionen müssen aufholen

Gehen Deutsche ins Kino, schauen sie meistens internationale Filme. Der Marktanteil der deutschen Filme auf Basis der Besucherzahlen lag 2016 aber immerhin noch bei 22,7 Prozent (Vorjahr: 27,5 %). Somit gibt aber immer noch fast jeder vierte Kinobesucher Geld für eine deutsche Produktion aus. Frankreich und Großbritannien liegen bei diesen Zahlen weit vorn.

Hier muss man klar sagen: Einen vergleichbar kräftigen Standort gibt es in der global ausgerichteten Gamesbranche in Deutschland nicht. Der Marktanteil deutscher Games-Unternehmen liegt bei konstanten 5 bis 6 Prozent, ganze 95 Prozent der Spiele werden im Ausland entwickelt. Ein klares Zeichen, dass der substanzielle Ausbau der Games-Förderung in Deutschland ein wichtiges Ziel bleiben muss.

Deutsche Film- und Gamesförderung sinnvoll

Gemeinsam forderten kürzlich Film- und Gamesbranche eine bessere Förderung von audiovisuellen Medien in Deutschland. Was nötig wäre, um die richtigen Voraussetzungen für die Gamesbranche in Deutschland zu schaffen, erläuterte ich jüngst in einem Audiokommentar zur Games-Förderung. Auch der BIU setzte Ende des letzten Jahres mit einem eigenen Appell ein Ausrufezeichen: Er veröffentlichte einen Forderungskatalog zur Bundestagswahl 2017 mit 10 Maßnahmen zur Förderung der deutschen Games-Branche an die Politik.

 

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