Games-Förderung: BIU stellt eigenes Steuermodell vor
veröffentlicht von Martin Lorber am 11. November 2016

Neues Konzept zur Games-Förderung in Deutschland

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Letzte Woche veranstaltete der BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware) in Berlin den parlamentarischen Abend „Talk@BIU: Neue Wege der Kulturförderung – Ein steuerliches Fördermodell für Games aus Deutschland“. In diesem Rahmen präsentierte der BIU ein verlässliches und berechenbares Modell, das Planungssicherheit schaffen und so die hohen Kosten für die Spieleentwicklung in Deutschland senken soll.

Globaler Wettbewerb: Nachteil Deutschlands soll ausgeglichen werden

Der BIU sieht für Deutschland deutliche Nachteile im Vergleich zu Standorten wie Kanada, Skandinavien, Frankreich, Großbritannien oder Polen. Diese Länder stiegen dank staatlicher Subventionen und Steuer-Rabatten mittlerweile zu weltweit bedeutenden Stätten für Spieleentwicklung auf. Obwohl der globale Markt weiter wächst, hinken Entwickler in Deutschland im internationalen Wettbewerb vor allem finanziell hinterher. Das vorhandene Potential in der deutschen Gamesbranche möchte der BIU mit Hilfe des ausgearbeiteten Konzepts besser ausschöpfen und so den Wettbewerbsnachteil wettmachen.

Diskussionsrunde zwischen Bundestagsabgeordneten und Vertretern der Gamesbranche

Über mehrere Monate entwickelten zahlreiche Steuerrechts- und Förderexperten sowie Mitglieder des BIU, BIU.Dev und BIU.Net das Konzept. Nach der Vorstellung diskutieren Bundestagsabgeordnete und Branchen-Experten das Förderkonzept. Teilgenommen haben Tabea Rößner (medienpolitische Sprecherin, Bündnis 90/Die Grünen) und Saskia Esken (stellvertretende digitalpolitische Sprecherin, SPD). Die deutsche Games-Branche wurde vertreten von Benedikt Grindel, Studio Manager beim Spiele-Entwickler Blue Byte, und BIU-Geschäftsführer Dr. Maximilian Schenk. rbb-Moderator Daniel Finger leitete die Diskussion.

Aufruf zur Debatte: Feedback ausdrücklich erwünscht

Das Positionspapier des BIU ist ganz klar als „Debattenbeitrag“ gedacht. So ist auch die Kritik, die am parlamentarischen Abend geäußert wurde, als äußerst konstruktiv zu verstehen. Insbesondere wurde vor Ort über den sogenannten Kulturtest diskutiert, den Spieleentwickler bestehen müssten, um vom Steuerrabatt profitieren zu können. Der Vorschlag des BIU soll in den kommenden Monaten diskutiert, ergänzt, korrigiert und feingeschliffen werden, um ihn dann auch im Rahmen der Bundestagswahl 2017 mit der Politik zu diskutieren.

Details zur steuerlichen Berechnung und zum Kulturtest finden sich im vorformulierten Modell, das auf der Website des BIU zum Download steht. Ich denke, dass das Konzept des BIU eine sinnvolle Möglichkeit aufzeigt, den Entwicklungsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken.