Ostereier
veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2017

Easter Eggs in Videospielen: Ausgewählte Favoriten

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Easter Eggs und Videospiele – beides geht seit den Anfängen des Mediums Hand in Hand. Mittlerweile sind Games ohne versteckte Easter Eggs kaum noch vorstellbar. Auf die Herkunft und die Funktion von Easter Eggs ging ich in einem gesonderten Beitrag schon ein. Nun möchte ich ein paar Beispiele vorstellen, die Spieler besonders begeisterten und das Medium Games bereicherten. Diese Liste kann natürlich nur einen kleinen Einblick bieten. Umso mehr freue ich mich über eigene Favoriten in den Kommentaren – am besten verknüpft mit den Gründen für die persönliche Begeisterung zu den vorgeschlagenen Easter Eggs.

Blick in die Zukunft

Im Batman-Spiel Arkham Asylum von 2009 lässt sich ein geheimer Raum finden, in dem sich u.a. eine Blaupause einer Karte für Arkham City befindet. Hier wird also schon ein kleiner Ausblick auf den Nachfolger des Spiels gewährt: Batman: Arkham City erschien 2011.

Ausgestorbene Haiart entdeckt

Ende Oktober 2013 erschien der Ego-Shooter Battlefield 4. Entwickler DICE streute schon früh Hinweise, dass sich in dem Spiel ein Megalodon – ein Vertreter einer eigentlich ausgestorbenen Haiart – als Easter Egg versteckt hat. Der Youtuber jackfrags entdeckt den Megalodon schließlich Anfang April des darauffolgenden Jahres auf der Multiplayer-Karte Nansha-Angriff (Nansha Strike). Der Riesenhai taucht auf, wenn 10 Spieler um eine bestimmte Boje im Meer herumschwimmen.

Muuuuuuuuh!

Zum ersten Teil des Action-Rollenspielklassikers Diablo kursierte das Gerücht, es gäbe im Spiel ein Kuhlevel. Dieses gab es aber nicht. Für Diablo II  machten sich die Entwickler den Spaß und versteckten ein ganz besonderes Level: Verschafft man sich Zutritt, kämpft man gegen aufrecht gehende, mit Stangen bewaffnete Rinder, den sogenannten Höllenbullen. Außerdem erscheint der Kuh-König: Besiegt man ihn, schließt man eine geheime Quest ab. Angelehnt an dieses Easter Egg, findet man im Nachfolger Diablo 3 ein Level voller Ponys.

Verrückt: Das Spiel im Spiel

Im Kult-Adventure Day of the Tentacle von LucasArts gibt es die Möglichkeit den Vorgänger Maniac Mansion zu spielen. Und zwar komplett.

Das Nicht-Rätsel

In Maniac Mansion findet sich – in Anlehnung an den Filmklassiker Texas Chainsaw Massacre – auch eine Kettensäge in der Küche. Der Versuch die Kettensäge zu benutzen schlägt jedoch fehl – mit dem Hinweis, dass dafür das Benzin fehle. Und tatsächlich: Spieler wurden einfach nur auf eine falsche Fährte gelockt. Die Kettensäge in Maniac Mansion hatte weder einen konkreten Sinn noch Nutzen. Natürlich erlangte dieses Nicht-Rätsel eine große Berühmtheit, weil sich unzählig viele Spieler daran versuchten, das Benzin zu finden. Entwickler Lucasfilm Games setzte diesem Osterei auch in ihrem nächsten Spiel ein Denkmal: In Zak McKracken findet der Spieler in einer Mars-Raumstation tatsächlich einen Benzinkanister. Versucht man, dieses zu nehmen, erhält man jedoch die Bemerkung, dass es in einem anderen Spiel benötigt wird. Sogar in Monkey Island 2 wird das Easter Egg wieder aufgegriffen. Hier kann Protagonist Guybrush Threepwood seinen Erzfeind LeChuck nach dem Benzin für die Kettensäge fragen und erhält darauf die Antwort: “Das ist auf dem Mars.”

LucasArts Adventures als Easter Egg-Fundgrube

Überhaupt strotzen die LucasArts – Spiele nur so vor Easter Eggs, Anspielungen auf andere Spiele oder Franchises, wie bspw. Star Wars. So hat George Lucas in The Secret of Monkey Island (SE) gar einen Cameo-Auftritt. Noch ein klassisch versteckter Witz ist außerdem der Baumstumpf-Gag in der Disketten-Version von The Secret of Monkey Island. Im Wald von Mêlée Island lässt sich ein Baumstumpf anklicken, der daraufhin ein Höhlensystem offenbart. Reinklettern kann man aber nicht: Das Spiel fordert einen nämlich dazu auf “Diskette 22” einzulegen. Diese gibt es aber gar nicht. Klickt man weiter, fragt das Spiel nach immer höheren Disketten-Nummern. Schließlich gibt Protagonist Guybrush resigniert auf: “Den Teil des Spiels haben die wohl noch nicht programmiert.”

Gastauftritt

Im Rollenspiel The Witcher 2: Assassins of Kings ist ein Seitenhieb auf das Action-Adventure Assassin’s Creed versteckt. Hier können Spieler einen toten Assassinen neben mehreren Heuhaufen finden. Altair – der Protagonist aus Assassin’s Creed – springt in “seinem” Spiel von hohen Gebäuden, landet dabei aber immer sicher im Heuhaufen. In The Witcher 2 gelang ihm das wohl nicht so gut. Geralt aus The Witcher 2 kommentiert die Situation zudem noch folgendermaßen: “Guess they’ll never learn.”

Das echte Ei

Die Grand Theft Auto – Reihe strotzt nur so vor popkulturellen Anspielungen oder Verweisen auf die eigene Spieleserie. In GTA V findet man auf dem Meeresgrund vor Paleto Bay sogar ein abgestürztes UFO. Besonders heraus sticht aber das Easter Egg in Grand Theft Auto Vice City: Es ist tatsächlich ein echtes Ei mit der Aufschrift “Happy Easter” – also “Frohe Ostern”. Ein schönes Beispiel für gelungenen Humor in digitalen Spielen.

Riesen-Ratte

Ein tierisches Easter Egg findet sich Im Level “Kate” von Mirror’s Edge. Hier kann man per Scharfschützengewehr mehrere Ziele ausschalten. Trifft man sie alle, läuft tatsächlich eine riesige Ratte die Straße entlang.

Klassisch: Die Verewigung

Ganz klassisch – und trotzdem äußerst unkonventionell – präsentiert sich folgendes Easter Egg aus dem Ego-Shooter-Klassiker Doom II: Hier programmierten die Entwickler den Programmierer John Romero ins Spiel. Wer beim finalen Endgegner per No-Clip-Cheat durch die Wand läuft, findet diesen aufgespießt auf einem Speer. Romero bekam davon Wind und platzierte im Gegenzug ein Soundsample am Anfang des Levels. Dieses muss man rückwärts abspielen, um sinngemäß zu hören: “Um dieses Spiel zu gewinnen müsst ihr mich, John Romero, killen.”

Kommentare
  1. Wie lange schreibt man an so einem Artikel?

  2. Melideas sagt:

    Das geheime Kuhlevel bei Diablo 2 war ja wohl der Hammer!
    Ich habe es so geliebt..vorallem wer kommt auf sowas? Kühe mit Hackebeilen..

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