Highlights

Aktuelle Beiträge

Next Level Conference 2014

31. Oktober 2014, Martin Lorber

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und dank Kälte, Dunkelheit und Weihnachtsgebäck im Supermarkt setzt die winterliche Stimmung ein. Doch noch ist die Zeit für den Winterschlaf nicht angebrochen. Gerade für alle, die sich mit dem Thema digitale Spiele befassen, hält der Veranstaltungskalender noch ein letztes Highlight parat. Am 4. Und 5. Dezember richtet das NRW KULTURsekretariat in Dortmund schon zum fünften Mal die zweitägige Next Level Conference aus. Einen spannenden Mix aus Ausstellungen, Vorträgen, Diskussionen, Workshops und Performances rund um das Thema Computer- und Videospiele.

Auch in diesem Jahr verspricht ein Blick auf das Programm und die Teilnehmer, dass alle Besucher voll auf ihre Kosten kommen. Ob Kunst- und Kulturverantwortliche, Akteure aus der Games-Branche und der kulturellen Bildung, aber auch Journalisten, Eltern, Lehrer und begeisterte Gamer – für jeden hält die Konferenz ein spannendes Thema bereit. Denn hier werden künstlerische, bildungsrelevante und kreativwirtschaftliche Potenziale und Aspekte von Computerspielen von allen Seiten betrachtet – natürlich wieder interdisziplinär und ohne Tunnelblick.

Ein Besuch lohnt also. Wer sich genauer über das Programm der Konferenz informieren möchte, kann dies hier tun.

Lesenswert #83: #neuland digitale Spiele und Zukunftswelten in Spielen

27. Oktober 2014, Martin Lorber

In der Rubrik „Lesenswert“ möchte ich Ihnen auch heute wieder spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vorstellen. Wie immer freue ich mich über alle Hinweise zu weiteren Links und Veröffentlichungen per E-Mail oder über die Kommentarfunktion.

Digitale Spiele: Selbstversuch einer Mutter im TV

Ein sehr interessanter Beitrag der Sendung Panorama. Eine eigentlich eher skeptisch gegenüber digitalen Spielen eingestellte Reporterin/Mutter taucht in die Welt der Spiele ein. Dabei sieht sie nach und nach, wie sich ihre Vorurteile zumindest abbauen. Ein angenehm objektiver und schöner Beitrag. Sehenswert!

Zukunftswelten in digitalen Spielen

Rudolf Inderest auf krautgaming.com über den Reiz von dystopischen Welten in digitalen Spielen. Passend dazu auch der Artikel auf Digitale Spielwiese über Transhumanismus in Computer- und Videospielen.

50 Folgen „Reload“

Digitale Spiele im TV? Das gibt es unter anderem noch auf EinsPlus in der Sendung „Reload“. Nunmehr schon seit 50 Folgen. Herzlichen Glückwunsch! Hier geht’s zur Jubiläumsfolge.

Kulturvermittlung durch digitale Spiele

Interview mit Christoph Deeg auf Deutschlandradio Kultur zum Thema „Kulturelle Bildung durch Computerspiele“. Kultureinrichtungen sollten sich mehr mit dem Medium auseinandersetzen und es bei der Kulturvermittlung einsetzen.

eSport in Südkorea

Die New York Times mit einem ausführlichen Artikel zur eSport-Begeisterung in Südkorea.

Interview Serious Games

Linda Breitlauch im Interview zum Thema „Serious Games“. Hier geht’s zum Video.

Nationaler IT-Gipfel in Hamburg: Interview mit Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware

24. Oktober 2014, Martin Lorber

Am 21.10.2014 fand in Hamburg der vielbeachtete „Nationale IT-Gipfel“ der Bundesregierung statt. Neben Experten und Wirtschaftsvertretern aus den verschiedensten Branchen nahmen viele Mitglieder der Bundesregierung daran teil. Da die hier besprochenen Themen auch von großer Bedeutung für die Computer- und Videospielindustrie sind, war der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) – auch EA ist hier Mitglied – in Person ihres Geschäftsführers Dr. Maximilian Schenk vor Ort. Ich hatte die Gelegenheit im Nachgang über seine Erwartungen an den Gipfel und dessen Bedeutung für die Computer- und Videospielindustrie zu sprechen. Viel Spaß beim Lesen.

Martin Lorber: Am Dienstag fand in Hamburg unter Beteiligung vieler hochrangiger Mitglieder der Bundesregierung der Nationale IT-Gipfel statt. Du warst auf dem Gipfel für den BIU vor Ort. Mit welchen Erwartungen und Forderungen bist Du dort hingefahren?

Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) Quelle: BIU

Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) Quelle: BIU

Maximilian Schenk: Ich kenne den IT-Gipfel schon seit vielen Jahren. Das ist zwar mehr ein Meet-and-Greet, aber es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sprechfähig die Politik in Sachen digitale Wirtschaft ist, wie viel Substanz man auf der Bühne erleben kann.

Ich hatte schon die Hoffnung, dass die Politik sich zu belastbaren Zusagen hinsichtlich der Chancen der Digitalisierung unserer Gesellschaft hinreißen lässt. Und dass wir vielleicht auch die eine oder andere Ankündigung hören, wie die digitale Agenda mit konkreten Maßnahmen unterfüttert werden soll.

Unsere Forderungen haben wir ja vorab in einem offenen Brief veröffentlicht (http://www.biu-online.de/de/presse/pressemitteilungen/veroeffentlichungen/offener-brief-anlaesslich-des-nationalen-it-gipfels-und-der-digitalen-agenda.html). In dem Brief haben wir nur einen Teil unserer Forderungen an die Politik im Zusammenhang mit der deutschen Computer- und Videospielindustrie formuliert, nämlich jene, die einen direkten Zusammenhang zur Digitalen Agenda und zum IT-Gipfel haben. Im Mittelpunkt steht dabei ein schnellerer und ambitionierterer Netzausbau als das, was die Politik sich im Augenblick vorgenommen hat. Ich finde man sollte die Ergebnisse noch in dieser Legislaturperiode erreichen. Und 50 Mbit pro Sekunde reichen nicht. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass wir nicht auf jedem Berggipfel in den Alpen ein solches Netz brauchen, aber eine flächendeckende Abdeckung mit 50 Mbit ist das absolute Mindestmaß, die Regel sollte 200 sein. Sonst wird es nicht möglich sein, Unternehmen in der Digitalwirtschaft auf breiter Basis aufzubauen.

ML: Und was waren dann die Inhalte des Gipfels?

MS: Bemerkenswert war, dass es im Kern nicht nur um die klassische IT-Industrie ging – was früher eher der Fall war –, sondern darum, wie man die Digitalisierung der Gesellschaft insgesamt nutzen kann. Vor allem auch im Bereich der ganz klassischen Industriezweige, wie zum Beispiel im Maschinenbau. Da ging es viel um Effizienzvorteile, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und so weiter. Da hat man schon gemerkt, dass die Politik mehr auf das Thema anspringt, wenn die klassischen Industrien auch beteiligt sind. Es gab dann auch eine Live-Schaltung zum parallel stattfindenden Maschinenbau-Gipfel in Berlin – die aber wegen einer schlechten Internetverbindung ordentlich schief ging …

ML: Wie bewertest Du die Ergebnisse des Gipfels?

MS: Auf jeden Fall war wurde klar, dass die Politik das Thema digitale Agenda ernst nimmt und sich wirklich bemüht. Ich würde sagen, viele Erwartungen wurden erfüllt, aber nicht alle Hoffnungen. Und konkrete weitere Ankündigungen zum Beispiel in puncto besseren Netzausbau gab es leider nicht.

ML: Welche Auswirkungen haben die Ergebnisse auf die deutsche Computer- und Videospielbranche?

Da sehe ich leider keine konkreten Auswirkungen zum Besseren. Man hat sich gegenseitig versichert, wie wichtig es ist, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen. Aber das ist ja auch schon ein gutes Ergebnis!

Diskussion um einen neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geht in die zweite Runde

23. Oktober 2014, Martin Lorber

Aufgrund zunehmender digitaler Verbreitung von Medieninhalten ist es immer wichtiger, Instrumente und rechtliche Rahmenbedingungen den aktuellen Entwicklungen anzupassen, um Kinder und Jugendliche vor nicht altersgemäßen Inhalten zu schützen. Im Moment bewegen wir uns hier leider immer noch auf einem Niveau, das den tatsächlichen Begebenheiten nicht mehr gerecht wird. Dies zu ändern und die Rechtsgrundlage auf die neue digitale Welt anzupassen, ist schon lange das Ziel verschiedener Institutionen und Akteure.

Aktuell arbeiten die 16 Bundesländer an einem Eckpunkte-Papier, das für die Schaffung eines neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrags herangezogen werden soll. Zu diesem Zweck hatten sie im Frühjahr dieses Jahres einen angepassten Entwurf zur Online-Konsultation freigegeben. Hintergrund: 2010 scheiterte der letzte Entwurf für einen neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) nicht zuletzt daran, dass weder die ‘Netzgemeinschaft’ noch die Medienpädagogik in den Entwicklungsprozess mit eingebunden wurden. Dies soll nun anders sein. In der ersten Konsultationsrunde haben Interessierte und Betroffene ihre Gedanken, Kritik und Anregungen zu den vorgeschlagenen Änderungen einbringen können. Dabei wurden 469 Kommentare und 125 Bewertungen abgegeben.

Die Ergebnisse der Diskussion wurden von den Ländern aufgenommen und teilweise in das neue Papier eingearbeitet, hieß es. In einer zweiten und abschließenden Konsultationsrunde (www.ideen-jugendmedienschutz.de/) haben nun alle Bürger noch einmal die Möglichkeit, sich über die Änderungen zu informieren und sie erneut zu kommentieren. Noch bis zum 17. November werden Ideen gesammelt, um danach hoffentlich ausgewertet und in Eckpunkte für die geplante Novelle umgewandelt zu werden. Ich werde mir das erst einmal genau anschauen und mich dann an diesem wichtigen Prozess beteiligen. Ein erster kurzer Blick zeigt, dass einige Bedenken aufgenommen wurden und der Text entsprechend abgeändert wurde. Das ist schon einmal erfreulich.

Da es sich um ein wirklich wichtiges Thema handelt, dessen gesamtgesellschaftliche Relevanz kaum zu unterschätzen ist, kann ich jedem nur ans Herz legen, sich unter www.ideen-jugendmedienschutz.de/ an der Online-Konsultation zu beteiligen.

Workshops „SummerGames 2015“: Unterstützer gesucht

21. Oktober 2014, Martin Lorber

Computer- und Videospiele ähneln in ihrer Ästhetik, Inszenierung und ihrer narrativen Struktur mitunter stark dem Medium Film. So ist es nicht verwunderlich, dass viele digitale Spiele inzwischen schon als interaktive Filme bezeichnet und die beiden Medien sehr intensiv unter dem Gesichtspunkt der Medienkonvergenz diskutiert werden. Grund genug für das deutsche Filmmuseum am deutschen Filminstitut in Frankfurt am Main sich eingehender mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Kulturgüter zu befassen.

In der geplanten Ausstellung „Film & Games – Ein Wechselspiel“ wird vom 1. Juli 2015 bis Januar 2016 vielen Fragen rund um die Beziehung zwischen digitalen Spielen und Filmen nachgegangen. Wie werden die fiktiven Welten erzeugt? Welche Strategien werden zur Spannungserzeugung genutzt? Beeinflussen sich die beiden Medien untereinander? Die Ausstellung untersucht all diese Fragen und noch viele mehr vor allem aus einer ästhetischen Perspektive.

Nun ist eines der prägendsten Elemente von digitalen Spielen natürlich die Interaktivität des Mediums. Dazu passend, sollen in einem Rahmenprogramm rund um die Ausstellung auch Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten werden. Um diese zu realisieren, braucht das Museum allerdings Unterstützung und hat zu diesem Zweck eine Crowdfunding-Kampagne auf dem deutschen Pendant zum Crowdfunding-Portal Kickstarter, Startnext, ins Leben gerufen. Ziel der Workshops und damit auch der Kampagne ist es, Jugendlichen die kreativen Möglichkeiten des Mediums digitales Spiel aufzuzeigen, die deutlich über das reine Spielen der Spiele hinaus gehen.

Unter www.startnext.de/summergames können alle Informationen zu dem Projekt noch einmal nachgelesen werden. Sicherlich eine spannende Möglichkeit, um bei Jugendlichen über einen kreativen Ansatz eine kulturelle Perspektive auf  das Medium und Begeisterung für Kultur im Allgemeinen zu erzeugen.

UNO: Neue Leitfäden zum Online-Jugendschutz veröffentlicht

16. Oktober 2014, Martin Lorber

Um Kinder und Jugendliche wirksam vor nicht altersgerechten Inhalten zu schützen, müssen Instrumente und rechtliche Rahmenbedingungen heutzutage mehr denn je kontinuierlich auf den Prüfstand und den neuesten Entwicklungen angepasst werden. Gerade die zunehmende digitale Verbreitung und der damit einhergehende rasante Fortschritt der Technik machen dies notwendig. Auch das UNO-Gremium „Child Online Protection (COP) Initiative“ hat nun seine Leitfäden zum Schutze von Kindern und Jugendlichen aktualisiert und veröffentlicht.

Das 2008 gegründete Gremium hat sich zum Ziel gesetzt Risiken für Kinder im Internet zu identifizieren und auf diese aufmerksam zu machen. Darüber hinaus entwickelt es praktische Werkzeuge, welche die Risiken mindern und dient als Knotenpunkt an dem Erfahrungen und Wissen zu diesem Thema gesammelt werden. Die UNO hat erkannt, dass auch Online-Jugendschutz eine weltweite und grenzüberschreitende Herausforderung ist und nicht im nationalen KleinKlein untergehen darf. Einen Ansatz, den ich von ganzem Herzen nur unterstützen kann.

Die neuen Leitfäden richten sich an verschiedene Zielgruppen und bieten passende Inhalte. Im Leitfaden für Kinder bekommen diese Ratschläge im Umgang mit den negativen Aspekten der Onlinewelt, wie Mobbing, Belästigung oder Identitätsdiebstahl. Auch Eltern, Industrie und Politik bekommen eigene Leitfäden spendiert. Hier finden sich Vorschläge wie das Online-Erlebnis von Kinder möglichst positiv gestalten werden kann – sei es auf technischer Seite oder auf Seiten der Gesetzgebung.

In Deutschland steht aktuell ebenfalls eine Anpassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) an. In den Leitfäden der COP finden sich viele Vorschläge, die hierbei berücksichtigt werden sollten. So wird zum Beispiel betont, dass Jugendschutz-Ratings international anschlussfähig und über verschiedene Plattformen und Medien hinweg verzahnt sein sollten. Das sehe ich genau so!

Die Möglichkeit einer rechtssicheren Bewertung mit den entsprechenden Rechtsfolgen auch für reine Online-Inhalte ist grundsätzlich sinnvoll. Aktuell haben wir das Problem, dass ein und dieselben Inhalte (Filme und Spiele) je nach Vertriebsweg durch zwei ganz unterschiedliche Gesetze (Datenträger/JuSchG – Online/JMStV) geregelt werden sollen. Das kann heutzutage nicht mehr gelingen. Um eine Vergleichbarkeit aller, auch internationaler, Angebote zu ermöglichen, ist eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit im Jugendmedienschutz genau so unabdingbar wie eine offene Herangehensweise gegenüber der Integration internationaler Klassifizierungssysteme (IARC).

Wer selbst einen Blick auf die neuen Leitfäden werfen möchte, findet diese hier zum Download.

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Lesenswert #82: Newsgames und die Kunstdebatte

13. Oktober 2014, Martin Lorber

In der Rubrik „Lesenswert“ möchte ich Ihnen auch heute wieder spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vorstellen. Wie immer freue ich mich über alle Hinweise zu weiteren Links und Veröffentlichungen zu spannenden Themen per E-Mail oder über die Kommentarfunktion.

Spiele als Kunst?

Eric Zimmermann im englischsprachigen Blog „Polygon“ mit einem kraftvollen Meinungsbeitrag zu der Debatte um Spiele als Kunst. Wie so oft bei ihm sehr interessant und sehr plakativ.

Spiele im Museum

Ein Beitrag, der Zimmermann (berücksichtigt man seinen oben genannten Beitrag) glatt die Haare zu Berge stehen ließe. Thema: eine neue Ausstellung des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe zum Thema digitale Spiele mit dem Namen „Gameplay“.

Spiele im Journalismus

Marcus Bösch zum Thema Newsgames auf Bayern 2 mit den schönen Beispielen Sweatshop und Refugees.

Spiele und Spielerinnen

Die Sendung frautv über weibliche Gamer.

Spiele und ihre Entwicklung

Die Entwicklung des Mediums auf BR puls.

Spiele in der Arbeitswelt

Das Handelsblatt über Gamification in der Arbeitswelt.

Neues crossmediales Angebot von ARD und ZDF geplant – Eine Chance für die digitale Spielkultur

08. Oktober 2014, Martin Lorber

Das Mediennutzungsverhalten bei Jugendlichen hat sich schon lange von den altbekannten Strukturen gelöst. Feste Zeiten oder die strikte Trennung zwischen den einzelnen Medien, wie TV, Radio und Online, sind passé. Der Medienkonsum ist zunehmend non-linear, das heißt, immer weniger an feste Programmschemata und Uhrzeiten gebunden. Zuschauer wollen Inhalte dann konsumieren, wenn sie es möchten – gerne auch parallel und alles auf einmal.

Diesem Trend entsprechend ist ein neues öffentlich-rechtliches Angebot in Planung, das sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren richtet. Crossmedial auf Smartphone, Tablet und PC, im klassischen TV abrufbar und eng mit den jungen Radiosendern wie 1Live verknüpft. Inhalte sollen einerseits über eine online Plattform 24 Stunden am Tag immer und überall abrufbar und andererseits auf einem regulären TV-Kanal in eine feste Programmstruktur eingebunden sein. Somit wird allen Nutzertypen ein interessantes Angebot gemacht und eine Brücke zwischen dem KIKA und dem „regulären“ Programm der Öffentlich-Rechtlichen geschlagen.

Die Schaffung solch eines Programms würde auch viele Vorteile für die die digitale Spielkultur in Deutschland haben. Als wichtiger Teil der (Jugend)Kultur sollten und werden sicherlich auch digitale Spiele einen nicht unerheblichen Anteil am Programm einnehmen. Hier wird dem Thema „Games“ ein Raum geboten, in dem sich junge (natürlich auch ältere) Redakteure, die sich tatsächlich in dem Medium auskennen mit dem Thema befassen. Eine vorurteilsfreie Berichterstattung ohne Stigmatisierung und eine sachliche Diskussion über Gaming und Gamer wäre das Ergebnis.

Das öffentlich-rechtliche Angebot kann damit Verständnis zwischen Generationen bzw. Gamern und Nicht-Gamern befördern und somit noch einmal einen weiteren positiven Schub in der öffentlichen Anerkennung des Mediums bedeuten. Hier könnten viele Themen einen schönen Platz in einem hochwertigen Umfeld bekommen, die in meinen Augen schon länger deutlich öfter behandelt werden müssten. Sei es die aufwendige kollektive Kreativleistung aller Beteiligten bei der Entstehung eines Computerspiels, die Berichterstattung über innovative Einsatzmöglichkeiten von digitalen Spielen in der Bildung oder aber die die Würdigung der erbrachten Leistungen im eSport.

Wir dürfen gespannt sein ob der öffentlich-rechtliche Bildungsauftrag mit TV speziell für die Jugend einhergehen kann. Ich denke aber, dass dies ganz gut klappen wird. Die beliebten Radiosender wie 1Live oder TV-Sender wie ZDFneo schaffen es schon lange Anspruch und Unterhaltung zu verbinden. Reload oder das leider inzwischen abgesetzte Pixelmacher sind hier hervorragende Beispiele wie das Medium digitales Spiel behandelt werden kann und sollte. Intelligent, lustig und gut. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, über ein Kulturgut, welches in dieser Altersstufe höchste Akzeptanz hat, bei der jungen Generation ein Kulturverständnis zu erzeugen, das dieser oftmals abgesprochen wird.

Die Genehmigung durch die Ministerpräsidentenkonferenz zu diesem neuen Format steht jedoch noch auf der Kippe, da sich einige wenige Entscheidungsträger (Ministerpräsidenten) scheinbar sträuben ihre Zustimmung zu geben. Ich hoffe allerdings, dass dieses Konzept, welches sich durchaus schlüssig und interessant anhört nicht an der Skepsis einiger weniger scheitert. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz am 16./17. Oktober soll darüber entschieden werden. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis…

Update am 17.10.2014:

ARD und ZDF dürfen ihre Pläne für einen eigenständigen Jugendkanal verwirklichen. Leider nur in deutlich abgespeckter Variante: beschränkt nur auf den Onlinekanal. Schade! Das trimediale Angebot aus TV-Kanal, Radio und Online klang spannend und gut durchdacht. Der Rückschlag soll die Initiatoren aber natürlich nicht daran hindern, die digitale Spielkultur im Rahmen ihres Angebots ausführlich zu thematisieren.

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